Die besten Wettanbieter ohne Wettsteuer 2026
Stand: 19. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026

Wer in Deutschland online wettet, zahlt die Steuer nicht selbst. Sie ist nach $\\$ 19 Rennwett- und Lotteriegesetz eine Pflicht des Veranstalters — der Anbieter schuldet sie. Wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung: über einen Abschlag auf die Quote, über einen Abzug vom Gewinn, über eine gesondert ausgewiesene Position auf dem Wettschein — oder er trägt sie selbst und lässt den Spielenden in Ruhe. „Wettanbieter ohne Steuer“ ist deshalb kein rechtlicher Status, sondern eine Marketingaussage, die ihren Preis hat. Die folgende Übersicht zeigt, was die zehn marktführenden Anbieter mit deutscher Erlaubnis tatsächlich mit der Steuer tun, wie sich die einzelnen Wege auf Quote und Auszahlung auswirken, und was sich ändert, wenn ein Anbieter die deutsche Erlaubnis nicht hat.
Spielerschutz zuerst: Was „0 % Wettsteuer“ nicht aufhebt
Eine Werbung mit „0 % Wettsteuer“ ändert nichts am Risiko, an den Limits und an den Regeln, die für alle Whitelist-gelbe Anbieter gelten. Wer in Deutschland legal wettet, akzeptiert das Schutzregime des Glücksspielstaatsvertrags — unabhängig davon, ob die Steuer auf dem Wettschein sichtbar wird oder nicht.

Teilnahme ab 18 Jahren ($\\$ 4 Abs. 3 GlüStV). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € spielen lassen, Auszahlungen sind in dieser Phase nicht möglich. Danach gilt die volle Verifikation, ein Konto pro Anbieter und ein einheitlicher Spieleraccount.
Das Einzahlungslimit steht standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, technisch durchgesetzt über die LUGAS-Datei ($\\$ 6c Abs. 1 GlüStV). Auf verifizierbarem Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit darf ein Anbieter für einen einzelnen Spielenden ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in einer schmalen Quote von 1 % der aktiven Spielenden bis 30.000 €. Eine Selbstauskunft reicht dafür nicht. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen frühestens nach sieben Tagen.
OASIS, die Spielersperrdatei, wird bei Registrierung und Login abgefragt ($\\$ 8, 8a GlüStV). Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die spielende Person einen Zeitraum benennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton ($\\$ 6i Abs. 3) blockiert das Konto sofort für 24 Stunden. Wer parallelbares Geld einzahlt, fällt über die Aktivitätsdatei auf ($\\$ 6h). Parallelbares Spiel ist verboten.
Zahlungen laufen über ein Konto im eigenen Namen bei einem Institut nach Geldwäschegesetz ($\\$ 6b Abs. 4), anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Guthaben der Spielenden ruht auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, die Auszahlung bei Kontoschließung erfolgt innerhalb von fünf Werktagen gebührenfrei ($\\$ 6b Abs. 6-7).
Das ist die Folie, auf der die Frage „mit oder ohne Steuer“ zu lesen ist. Wer in Deutschland legal wettet, hat diese Regeln — ein Anbieter, der „0 % Steuer“ wirbt, wirbt sie nicht weg.
Top-10: Wie die zehn marktführenden Anbieter die Steuer behandeln
Die folgende Übersicht zeigt für jeden Anbieter auf der GGL-Whitelist, wer die Sportwettenerlaubnis hält, seit wann sie besteht und wie der Anbieter die Steuer weitergibt. Die Tabelle ist nach den Hauptwegen sortiert: vollständige Übernahme, Abschlag auf die Quote, Abzug vom Gewinn oder gesondert ausgewiesener Posten — die Reihenfolge entspricht dem gewählten Wettbewerbsvorteil.

| Anbieter | GGL-Whitelist und Erlaubnisinhaber | Sportwettenerlaubnis seit |
|---|---|---|
| Winamax | Whitelist-Eintrag in Vorbereitung, Marketing mit „0 % Wettsteuer“ | n. d. |
| ODDSET | Whitelist-Eintrag wird ergänzt, eigener Angabe nach weder Einsatz- noch Gewinnabzug | n. d. |
| Interwetten | Whitelist-Eintrag wird ergänzt, Quotenabschlag 5,3 % im Gewinnfall | n. d. |
| Wettarena | Whitelist-Eintrag wird ergänzt, Steuer 5,3 % des Spieleinsatzes inkl. Steuer | n. d. |
| Betway | Whitelist-Eintrag wird ergänzt, Steuer als eigener Posten auf dem Wettschein | n. d. |
| Sportingbet | Whitelist-Eintrag wird ergänzt, 5 % vom Bruttogewinn bei gewonnener Wette | n. d. |
| 888sport | Whitelist — 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| Betano | Whitelist — Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Tiptorro | Whitelist — Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| LeoVegas (Sport) | Whitelist — LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Whitelist — Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bpremium | Whitelist — Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Whitelist — Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Whitelist — NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| bwin | Whitelist — bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
Hinweis: Die Tabelle trennt strikt zwischen Lizenzinformationen (Whitelist-Status, Erlaubnis seit) und der Art, wie die Steuer behandelt wird. Für die „Art der Steuerbehandlung“ erhebt die Tabelle keinen Anspruch auf Lizenzvollständigkeit — sie spiegelt die Angaben der Anbieter in ihren AGB und Hilfeseiten. Für Winamax, ODDSET, Interwetten, Wettarena, Betway und Sportingbet ist die Whitelist-Eintragung in der vorliegenden Aufstellung nicht ausgewiesen; alle genannten Marken sind im deutschen Markt aktiv und werden in den jeweiligen Anbieterprofilen detailliert besprochen.
Vier Wege, die Steuer weiterzugeben, sind in dieser Übersicht zu erkennen. Sie prägen die Profile der einzelnen Anbieter.
Vollständige Übernahme: Winamax und ODDSET
Winamax wirbt mit dem Slogan „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Was das im Wettschein bedeutet, ist einfach: Der Anbieter trägt die Steuer vollständig, weder Einsatz noch Quote noch Gewinn werden sichtbar verändert. ODDSET geht einen ähnlichen Weg und gibt an, dass Gewinne auf den kompletten Einsatz ohne jeden Abzug ausgezahlt werden — weder Einsatz noch Gewinn werden mit einem Steuerabzug belegt.
Beide Marken verzichten damit auf den Werbevorteil der Steuertransparenz, weil sie gar nichts zur Steuer ausweisen müssen. Für Spielende heißt das: Keine Rechnung am Wettschein, keine versteckte Reduktion der Auszahlung. Im Wettbewerb steht diese Position gegen Anbieter, die einen Abschlag auf die Quote nehmen — und damit im Quotenvergleich schlechter aussehen, obwohl der Endpreis pro Wette ähnlich sein kann. Wer den Aufwand scheut, am Wettschein eine Position „Wettsteuer“ zu prüfen, ist hier richtig.
Quotenabschlag: Interwetten
Interwetten regelt die Steuer in Abschnitt G.8 seiner AGB: Die Steuer wird vom Unternehmen getragen, im Gegenzug wird die Auszahlungsquote bei Wetten um 5,3 % reduziert. Vom Einsatz wird nichts abgezogen. Eine Ausnahme gilt für Cash-Out-Gewinne, die in voller Höhe ausgezahlt werden. Zusätzlich gilt eine Mindestquote von 1,10 für Einzelwetten; Tipps mit niedrigerer Quote müssen als Kombi- oder Systemwette gespielt werden.
Die Wirkung im Wettschein: Eine Wette zu Quote 2,00 zahlt nicht 200 €, sondern 189,40 € (2,00 × 94,7 %). Über viele Wetten mittelt sich dieser Abschlag heraus — vergleichbar zu einem Buchmachermargin, nur dass er transparent als Steuerkomponente ausgewiesen ist. Wer auf Kombiwetten mit niedrigen Quoten setzt, sollte prüfen, ob die Mindestquote 1,10 pro Bein eingehalten wird.
Separater Posten auf dem Wettschein: Wettarena und Betway
Wettarena weist die Steuer gesondert aus: 5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer. Bei einem Einsatz von 100 € ergibt das rechnerisch rund 5,03 € Steuer (5,3 / 105,3 × 100). Betway zeigt die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten neben den ausgewählten Spielen und dem Wettsystem.
Beide Varianten sind besonders kontrollfreundlich: Spielende sehen vor der Bestätigung der Wette genau, was die Steuer kostet. Das ist transparenter als ein Quotenabschlag, weil der Anbieter nicht versteckt über die Quote abrechnet. Wer Anbieter mit klarer Kostenstruktur bevorzugt, ist hier richtig.
Abzug vom Gewinn: Sportingbet
Sportingbet formuliert es anders: In den Wettregeln nennt der Anbieter eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach $\\$ 17 RennwLottG. Bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns vom Gewinn ein. Wer 100 € zu Quote 2,00 setzt und gewinnt, erhält nicht 200 €, sondern 195 €.
Der Mechanismus belastet ausschließlich Gewinner, Verlierer spüren nichts. Wer viele Verlust-Wetten platziert, sieht in der Gesamtrechnung einen geringeren Abzug als bei einem quotenbasierten Modell — aber das ist kein Vorteil, sondern nur eine andere Kostenverteilung. Über lange Strecken mittelt sich der Effekt auf einen vergleichbaren Erwartungswert.
Übernahme ohne Quotenabschlag: 888sport, Betano, Tiptorro, LeoVegas, AdmiralBet, bpremium, NEO.bet, Sportwetten.de, bwin
Die übrigen Anbieter in der Top-10 tragen die Steuer, ohne sie durch einen Quotenabschlag sichtbar zu machen. Sie haben deutsche Erlaubnis (Stand 02.10.2026), sie werben nicht prominent mit „ohne Steuer“, weil die Quoten ohnehin den Wettbewerb bestimmen. Das Profil dieser Anbieter ist nicht „steuerfrei“, sondern „Whitelist-konform mit vollständiger Übernahme“.
Wer hier wettet, sieht am Wettschein keine separate Steuerposition, die Quote ist die angezeigte Quote, der Gewinn errechnet sich aus Einsatz × Quote. Der Buchmachermargin ist der einzige Kostenfaktor, den Spielende kontrollieren sollten — die Steuer ist im Margin eingepreist, nicht daneben.
Rechtsrahmen: Wer zahlt, wer haftet, wer haftet nicht
Die Sportwettensteuer ist seit dem 1. Juli 2012 in Kraft, ihre rechtliche Grundlage sind $\\$ 16-25 Rennwett- und Lotteriegesetz. Der Steuersatz beträgt 5,3 % — bezogen auf den Einsatz ohne die Steuer selbst ($\\$ 17, 18). Praktisch heißt das: Wer 100 € einzahlt, zahlt rund 5,03 € Steuer, der Anbieter behält rund 94,97 € als Wetteinsatz übrig. Die Prozentzahl 5,3 bezieht sich auf 94,97, nicht auf 100. Wer mit „5,3 % vom Einsatz“ rechnet, liegt falsch.
Die Steuereinnahmen aus Sportwetten in Deutschland beliefen sich 2023 auf 409 Millionen €, ein Rückgang um 5,2 % gegenüber dem Vorjahr. 2013 hatten sie noch 189 Millionen € betragen — die Einnahmen 2023 lagen 116,8 % höher als zehn Jahre zuvor. Die Sportwettensteuer macht den kleineren Teil der gesamten Glücksspielsteuereinnahmen aus: 2023 waren es insgesamt rund 2,48 Milliarden €, davon 1,77 Milliarden € Lotteriesteuer (71 %). Das verdeutlicht, dass Sportwetten im Steueraufkommen eine Rolle, aber keine dominante Rolle spielen.
Die Frage, ob und wie die Steuer an die Spielenden weitergegeben wird, ist eine betriebswirtschaftliche Entscheidung des Anbieters. Wer in Deutschland eine Sportwettenerlaubnis hat, schuldet die Steuer und muss entscheiden, ob er sie selbst trägt, auf den Einsatz schlägt, von der Quote abzieht oder vom Gewinn einbehält. Alle vier Wege sind rechtlich zulässig. Was nicht geht: Sie aufteilen oder verstecken — die Werbung mit „0 % Steuer“ verlangt vollständige Übernahme oder vollständige Transparenz.
Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 dem EuGH die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23). Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Die Entscheidung des EuGH steht aus. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis gespielt hat, hat aus dieser Linie keine einklagbare Garantie auf Rückzahlung.
Was eine Wette wirklich kostet: Rechenbeispiel 100 € zu Quote 2,00
Die folgenden Zahlen zeigen, was die einzelnen Modelle bei einer Wette von 100 € zu Quote 2,00 tatsächlich kosten. Sie sind Beispiele, keine Kursangaben aus einem aktuellen Wettmarkt.
Volle Übernahme (Winamax, ODDSET). Einsatz 100 €, Quote 2,00, kein sichtbarer Abzug. Gewinn bei richtigem Tipp: 200 € (Einsatz 100 € plus Reingewinn 100 €). Die Steuer ist im Buchunsankereinnahmen eingepreist und nicht ausgewiesen.
Quotenabschlag 5,3 % (Interwetten). Einsatz 100 €, Quote 2,00. Reduzierte Auszahlungsquote: 2,00 × (1 − 0,053) = 1,894. Gewinn: 189,40 €. Differenz zur vollen Auszahlung: 10,60 €.
Separater Posten (Wettarena). Einsatz inkl. Steuer 100 €. Steuer 5,3 / 105,3 × 100 ≈ 5,03 €. Wetteinsatz netto: 94,97 €. Quote 2,00. Gewinn: 189,94 €. Differenz zur vollen Auszahlung: 10,06 €.
Gewinnabzug 5 % (Sportingbet). Einsatz 100 €, Quote 2,00. Bruttogewinn 200 €. Einbehalt 5 % × 200 € = 10 €. Auszahlung: 190 €. Differenz zur vollen Auszahlung: 10 €.
Ohne sichtbare Steuerposition (888sport, Betano, Tiptorro, LeoVegas, AdmiralBet, bpremium, NEO.bet, Sportwetten.de, bwin). Einsatz 100 €, Quote 2,00. Gewinn 200 €. Die Steuer ist im Buchmachermargin eingepreist — der Anbieter schlägt sie nicht auf, er macht sie über die Quote mit rein. Das ist der Punkt, der die Werbung „0 % Steuer“ von der Werbung „beste Quote“ unterscheidet: Beide kosten den Spielenden etwas, nur an anderer Stelle.
Bandbreite des Verlusts gegenüber dem Bruttofall (200 €): 0 € bis 10,60 € bei diesen Modellen. Bei Kombiwetten mit mehreren Beinen wirkt der Quotenabschlag verstärkt, weil er auf jede Einzelquote angewendet wird. Bei Live-Wetten, die nach $\\$ 21 Abs. 4 GlüStV nur eingeschränkt erlaubt sind, gilt das gleiche Steuerverhalten des Anbieters. Die Schlüsselzahl ist die Buchunsankermarge: Ein Buchunsanker mit 4 % Marge und vollständiger Übernahme der Steuer ist für die Spielenden teurer als ein Buchunsanker mit 6 % Marge und vollständiger Übernahme, der zugleich die Steuer trägt — weil beide ihre Kosten über die Quote hereinholen.
Wer ohne deutsche Erlaubnis wettet: Was fehlt
Anbieter mit Sitz in Curaçao, Anjouan oder Malta, die keine deutsche Erlaubnis haben, werben häufig mit „wetten ohne Steuer“. Dieses Angebot hat drei Lücken.
Erstens: Keine Erlaubnis. Das Angebot richtet sich in Deutschland an Endkunden ohne Erlaubnis nach $\\$ 4 Abs. 1 GlüStV. Die GGL warnt vor illegalen Angeboten — am 17. September 2026 ausdrücklich vor „Platincasino“ und vergleichbaren Marken. Eine in Malta oder Curaçao erworbene Lizenz hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung.
Zweitens: Keine Spielersperre. OASIS und LUGAS sind deutsche Instrumente. Offshore-Anbieter sind nicht angeschlossen, eine Sperre wirkt dort nicht, das Einzahlungslimit gilt dort nicht, die parallelbares Spiel-Erkennung existiert dort nicht.
Drittens: Kein deutscher Rechtsweg. Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt und eine Auszahlung nicht erhält, muss vor ausländischen Gerichten klagen. Die oben dargestellte BGH-Vorlage an den EuGH zeigt, dass eine Rückzahlung verlangt werden kann — aber eine Garantie ist das nicht, und die Frage ist noch nicht entschieden.
Viertens: Höhere Limits sind kein Vorteil. Offshore-Anbieter werben mit höheren Limits und schnellerer Auszahlung. Beides ist möglich, weil das Schutzregime des GlüStV nicht greift. Wer ein hohes Limit nutzt, nutzt es ohne die deutsche Schutzmechanik.
Konkret heißt das: Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, spart die Steuer, gibt aber den deutschen Rechtsrahmen auf. Das ist eine bewusste Entscheidung — wer sie trifft, sollte wissen, was er aufgibt.
Wer die Token-Übernahme voll macht: Anbieter im Detail
Winamax
Winamax tritt in Deutschland mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ auf. Der Wettschein weist keine Steuerposition aus, die Quote ist die angezeigte Quote, der Gewinn ist Einsatz × Quote. Das Profil: ein Wettbewerber, der mit Steuertransparenz wirbt und damit versucht, sich von Anbietern mit Quotenabschlag abzugrenzen.
Wer mit klarer Kostenstruktur wetten will und den Aufwand einer Prüfung am Wettschein scheut, ist hier richtig. Wer wissen will, wie viel die Quote dem Buchunsanker wirklich kostet, muss den Buchunsankermargin prüfen — auch bei Winamax.
ODDSET
ODDSET gehört zu den traditionsreichsten Marken in Deutschland. Die Eigenangabe: weder Einsatz noch Gewinn werden mit einem Steuerabzug belegt, Gewinne auf den kompletten Einsatz ausgezahlt. Der Anbieter trägt die Steuer vollständig und weist sie nicht aus.
Das Profil ist konservativ und an Selbstabonnenten sprechen. Wer auf den deutschen Markt setzt und einen Anbieter mit klarer Kostenstruktur sucht, ist hier richtig. Die Quoten müssen im Einzelfall geprüft werden — ODDSET ist nicht per se teurer oder günstiger als die Konkurrenz.
Interwetten
Interwetten trägt die Steuer selbst, legt aber im Gewinnfall 5,3 % auf die Auszahlungsquote. Das bedeutet: Eine Wette zu Quote 2,00 zahlt 189,40 € statt 200 €. Die Cash-Out-Gewinne sind ausgenommen, das ist ein Vorteil für Spielende, die häufig vorzeitig aussteigen.
Zusätzlich gilt: Einzelwetten mit Quote unter 1,10 sind nicht möglich, sie müssen als Kombi- oder Systemwette gespielt werden. Das schränkt die Wettauswahl ein, ist aber kein großer Verlust — Wetten unter 1,10 sind in der Regel Risikowetten, die der Buchunsanker nicht anbieten will.
Wettarena
Wettarena weist die Steuer separat aus: 5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer. Das ist kontrollfreundlich — Spielende sehen vor der Bestätigung der Wette, was die Steuer kostet. Über die Quotenpolitik selbst ist damit nichts gesagt, sie muss im Einzelfall geprüft werden.
Wer auf Wettscheine mit klaren Kostenpositionen Wert legt, ist hier richtig.
Betway
Betway zeigt die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten neben den ausgewählten Spielen und dem Wettsystem. Das ist die gleiche Logik wie bei Wettarena: Die Steuer ist eine eigene Zeile, nicht in der Quote versteckt.
Betway ist eine internationale Marke mit deutscher Erlaubnis. Das Profil ist solide, die Wettauswahl umfangreich, der Service auf den deutschen Markt ausgerichtet.
Sportingbet
Sportingbet behält 5 % des Bruttogewinns bei gewonnenen Wetten ein. Das unterscheidet sich von den meisten anderen Top-10-Anbietern: Die Steuer schlägt nicht auf den Einsatz, sondern auf den Gewinn. Verlierer zahlen effektiv nichts, Gewinner verlieren 5 % ihres Bruttogewinns.
Über lange Strecken mittelt sich der Effekt auf einen vergleichbaren Erwartungswert wie bei anderen Modellen. Wer viele Verlust-Wetten platziert, sieht in der Gesamtrechnung einen geringeren Abzug als bei einem quotenbasierten Modell — das ist kein Vorteil, sondern eine andere Verteilung.
888sport
888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar. Die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die deutsche Erlaubnis besteht seit dem 30.06.2021 (Whitelist-Stand 02.10.2026).
Das Profil ist das einer internationalen Marke mit breitem Wettprogramm. Ob und wie hier die Steuer weitergegeben wird, ist in den AGB des Anbieters festgelegt.
Betano
Betano wird in Deutschland von der Betkick Sportsbetting Limited (San Giljan, Malta) betrieben. Die Erlaubnis besteht seit dem 19.02.2021 (Whitelist-Stand 02.10.2026).
Das Profil zeichnet sich durch den Fokus auf Live-Wetten und Kombi-Optionen aus. Details zur Steuerweitergabe finden sich direkt in den AGB des Anbieters.
Tiptorro
Tiptorro wird in Deutschland von der Torro Tec Limited (Malta) betrieben, die App wird im App Store angeboten. Die Erlaubnis besteht seit dem 30.06.2021 (Whitelist-Stand 02.10.2026).
Der App-Fokus steht hier im Vordergrund. Die Steuerregelung ist individuell in den Nutzungsbedingungen verankert.
LeoVegas (Sport)
LeoVegas wird in Deutschland von der LVSports Limited betrieben. Die Erlaubnis für Sportwetten besteht seit dem 21.10.2024 (Whitelist-Stand 02.10.2026). Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 27.02.2023.
Das Profil ist das einer Marke, die ursprünglich im Casino-Bereich stark war und Sportwetten als Erweiterung führt. Die Erlaubnis ist vergleichsweise jung — wer einen etablierten Anbieter mit langer Whitelist-Historie sucht, ist hier nicht richtig.
AdmiralBet
Die Greentube Betting Malta Limited betreibt AdmiralBet in Deutschland. Der Whitelist-Eintrag für Sportwetten besteht seit dem 09.10.2020 (Erweiterungen am 13.12.2022 und 29.07.2024); für Spielautomaten (slots.admiralbet.de) seit dem 28.09.2022.
Das Profil ist das einer Marke mit österreichisch-deutscher Verwurzelung.
bpremium
Betreiber von bpremium ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited. Die Erlaubnis datiert vom 09.10.2020, ergänzt am 21.12.2022.
Die Auszahlungsgebühren hängen von der Zahlungsmethode ab. Bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat.
NEO.bet
Die Greenvest Betting Limited hält die Erlaubnis für NEO.bet seit dem 09.10.2020, mit Aktualisierung zum 22.12.2022.
Das Profil ist das einer jüngeren Marke, die mit einem modernen Wettprogramm und Cash-Out wirbt.
Sportwetten.de
Sportwetten.de wird in Deutschland von der NetX Betting Limited betrieben. Die Erlaubnis besteht seit dem 19.11.2020, mit Folgeerlaubnis am 16.12.2022 (Whitelist-Stand 02.10.2026).
Die Zahlungsmethoden umfassen Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa/Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash — für alle ist „Keine“ Gebühr und „Sofort“ als Bearbeitung angegeben, Mindestbetrag 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.
bwin
Die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, führt bwin; die Sportwetten-Erlaubnis stammt vom 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.
Diese bekannte internationale Marke mit ihrem umfangreichen Programm stellt die Steuerregelung in ihren AGB transparent dar.
Was die Auswahl für Spielende bedeutet
Wer in Deutschland legal wettet, hat die Wahl zwischen drei Steuer-Modellen: vollständige Übernahme (Winamax, ODDSET und die meisten Whitelist-Anbieter), Quotenabschlag (Interwetten), separater Posten (Wettarena, Betway) und Gewinnabzug (Sportingbet). Die Modelle verteilen die Steuerlast unterschiedlich, aber sie ist überall da.
Wer bei einem Offshore-Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, spart die Steuer, gibt aber den Rechtsrahmen auf. Diese Entscheidung sollte bewusst getroffen werden — sie ist nicht automatisch die günstigere, weil sie das individuelle Risiko erhöht.
Wer auf Quoten schaut, sollte den Buchunsankermargin prüfen, nicht nur den Werbeslogan. Die Steuer ist ein Kostenfaktor, der Buchunsankermargin ist ein zweiter. Beide wirken auf den Erwartungswert jeder Wette.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bezugsgröße wird sie berechnet?
Die Steuer beträgt 5,3 % nach $\\$ 17, 18 Rennwett- und Lotteriegesetz, berechnet auf den Einsatz ohne die Steuer selbst — also bezogen auf den Nettobetrag, der als Wetteinsatz übrig bleibt. Bei 100 € Einzahlung sind das rund 5,03 € Steuer (5,3 / 105,3 × 100). Der Anbieter schuldet die Steuer; er entscheidet, ob er sie trägt oder auf Einsatz, Quote oder Gewinn umlegt. Die korrekte Bezugsgröße ist der Einsatz ohne Steuer, nicht der Bruttoeinsatz.
Wer schuldet die Sportwettensteuer, der Anbieter oder die Spielenden?
Der Anbieter. $\\$ 19 Rennwett- und Lotteriegesetz regelt die Steuerschuldnerschaft des Veranstalters. Spielende schulden die Steuer nicht direkt. Der Anbieter kann sie weitergeben — über einen Abschlag auf die Quote, einen Abzug vom Gewinn oder einen Aufschlag auf den Einsatz — oder selbst tragen. „Ohne Steuer“ ist damit eine Frage der Weitergabe, nicht eine Frage der Steuerschuld.
Was bedeutet Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?
„0 % Wettsteuer“ bedeutet in der Regel: Der Anbieter trägt die Steuer vollständig. Weder Einsatz noch Quote noch Gewinn werden sichtbar verändert. Das ist transparent, aber nicht kostenlos — die Steuer ist im Buchunsankermargin eingepreist, der Anbieter holt sie über die Quote herein. Spielende sollten den Buchunsankermargin prüfen, nicht nur die Werbung mit „0 % Steuer“. Wer auf eine sichtbare Steuerposition am Wettschein Wert legt, ist bei Anbietern mit separatem Posten (Wettarena, Betway) oder mit Quotenabschlag (Interwetten) richtig.
Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?
Bei einem Quotenabschlag von 5,3 % reduziert sich die Auszahlungsquote um diesen Prozentsatz. Eine Wette zu Quote 2,00 mit Einsatz 100 € zahlt nicht 200 €, sondern 189,40 € (2,00 × 94,7 %). Bei Kombiwetten wird der Abschlag auf jede Einzelquote angewendet — der Effekt verstärkt sich mit der Anzahl der Beine. Im Wettschein von Interwetten ist das so geregelt; vom Einsatz wird nichts abgezogen, nur die Auszahlungsquote ist reduziert. Cash-Out-Gewinne sind ausgenommen.
Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?
Seite ohne deutsche Erlaubnis bieten „ohne Steuer“ an, weil sie das deutsche Schutzregime nicht anwenden und die Steuer nicht über die nationale Whitelist abführen. Sie können den Wettbewerbsvorteil der Steuerfreiheit nutzen, weil sie keine Aufsichtskosten, keine OASIS-Anbindung, keine LUGAS-Limitdatei und keine Aktivitätsdatei haben. Was fehlt: die deutsche Erlaubnis nach $\\$ 9a Abs. 1 GlüStV, der Anschluss an OASIS und LUGAS, der deutsche Rechtsweg im Streitfall und die Aufsicht durch die GGL. Wer dort spielt, spart die Steuer und gibt den Schutzrahmen auf — eine bewusste Entscheidung.
Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?
Die Sportwettensteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben. Sie wurde mit dem Rennwett- und Lotteriegesetz eingeführt, die Einnahmen sind seither gestiegen — von 189 Millionen € im Jahr 2013 auf 409 Millionen € im Jahr 2023, ein Anstieg von 116,8 % über zehn Jahre. 2023 machten die Steuereinnahmen aus Sportwetten rund 16 % der gesamten Glücksspielsteuereinnahmen in Deutschland aus.
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Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter mit Klarna»