Neue Buchmacher 2026 in Deutschland: Wer eine Erlaubnis hat und woran man sie erkennt

Updated Oktober 2026
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Wer in Deutschland Sportwetten anbietet, braucht seit Juli 2021 eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Diese Erlaubnis ist an einer Stelle verzeichnet, an der jeder nachsehen kann: der Whitelist. Wer dort nicht steht, ist hierzulande ohne Erlaubnis tätig. Das gilt auch dann, wenn die Internetadresse auf .de endet, das Logo seriös wirkt oder im Hintergrund eine maltesische Lizenz genannt wird. Eine Liste im Ausland hat in Deutschland keine Wirkung. Die GGL selbst hat am 17. September 2026 vor illegalen Angeboten gewarnt, und zwar namentlich.

Ein Schlüssel steckt in der Tür eines leeren, hell beleuchteten Ladenlokals, draußen fällt die Dämmerung.
Die GGL führt die I.B.C. Sportsbetting Limited als Veranstalterin der Sportwetten unter bet3000, die Erlaubnis ist mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.

Stand: 19. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Auf dieser Seite geht es um Buchmacher, die in Deutschland neu im Programm sind oder neu in die Whitelist aufgenommen wurden, und um die Regeln, die für alle gelten. Es geht nicht um einen Wett-Tipp, ein System oder eine Vorhersage, denn auch der Favorit der Buchmacher verliert regelmäßig. Die Seite beschreibt, wie ein Buchmacher Quoten macht, was ein Bonus kostet, welche Livewetten erlaubt sind und was passiert, wenn man ohne deutsche Erlaubnis spielt.

Bonus und Freiwette: was ein Angebot wert ist und wovon es abhängt

Ein Bonus ist eine Bedingung, kein Geschenk. Drei Zahlen bestimmen, was er kostet: der Umsatzfaktor, die Mindestquote und die Frist. Wer nur den Bonusbetrag liest, hat das Angebot nicht gelesen.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Kugelschreiber und einer Tasse Kaffee auf einem Holztisch, Aufnahme von oben.
Auf der Whitelist der GGL ist für Betway die Betway Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.03.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.

Welche Bonusarten Buchmacher anbieten

Der Neukundenbonus ist auf eine Anmeldung begrenzt und häufig an eine qualifizierende Einzahlung gebunden, die selbst keinen Bonus auslöst. Der Bonus wird erst nach dieser Einzahlung gutgeschrieben. Ein Bonus ohne Einzahlung ist seltener und in der Regel an strengere Umsatzanforderungen gebunden, weil der Buchmacher kein eigenes Geld des Spielers auf dem Konto hat, an dem er die Bedingung messen könnte. Eine Gratiswette (Freebet) ist kein Bonus: Sie wird als separates Wettguthaben ausgegeben, dessen Einsatz im Erfolgsfall häufig nicht zurückgezahlt wird. Eine risikofreie Wette, die als Freebet erstattet wird, ist ebenfalls keine Auszahlung in Euro, sondern eine weitere Bedingung. Eine erhöhte Quote ist ein kurzfristiger Preisaufschlag auf ein einzelnes Ereignis, oft auf einen Markt, den der Buchmacher ohnehin niedrig margig anbietet. Eine Acca-Versicherung erstattet den Einsatz einer Kombiwette, wenn ein Bein verliert, und Cashback erstattet einen Anteil des Nettoverlusts über einen Zeitraum. Jede Form hat eigene Regeln, und die Form entscheidet, was am Ende übrig bleibt.

Umsatz, Mindestquote, Frist: die drei Zahlen, die zählen

Der Umsatzfaktor legt fest, wie oft der Bonusbetrag (oder Bonus plus Einzahlung) durchgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Ein Faktor von 5× auf 100 € Bonus verlangt 500 € Wetteinsatz. Die Mindestquote entscheidet, welche Wetten zählen: Liegt sie bei 1,80, zählen Wetten zu 1,60 nicht, auch wenn sie gewinnen. Die Frist setzt dem Ganzen eine Uhr. Wer in dieser Zeit das Umsatzziel nicht erreicht, verliert Bonus und Gewinne. Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Vorschrift, die einen Bonus deckelt oder seinen Umsatzfaktor begrenzt. Die Bedingungen kommen allein vom Anbieter, und der Anbieter schreibt sie in seine AGB.

Eine Messingwaage steht auf einer dunklen Holzplatte vor einem Fenster, durch das weiches Tageslicht fällt.
Die GGL warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Was ein Bonus in der Praxis kostet

Ein Bonus ist ein statistisches Versprechen über einen Mittelwert, kein persönlicher Anspruch. Wer den Umsatz bei einer Quote von 1,80 durchspielt, zahlt die Marge des Marktes mit jedem Tipp. Liegt der Markt bei 5 % Marge, so bleiben von jedem 100 € Einsatz 95 € als Auszahlung erwartbar; 5 € verschwinden im Schnitt im Buchmachergewinn. Wer 500 € bei 5 % Marge durchsetzt, hat also rund 25 € an die Marge verloren, ohne dass ein Ball gespielt wurde. Dazu kommen Wetten, die trotz Mindestquote verlieren, und das ist die Mehrheit. Wer einen Bonus als kostenlosen Tipp versteht, hat die Mechanik nicht verstanden.

Einzahlung und Auszahlung: welche Wege funktionieren und was sie kosten

Eine Einzahlung ist die Voraussetzung jeder Wette, eine Auszahlung die Folge eines Gewinns. In Deutschland läuft beides über ein Konto, das auf den eigenen Namen läuft, bei einem Institut, das dem Geldwäschegesetz unterliegt (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Anonyme Wege, Kryptowährungen und Käufer von Prepaid-Karten ohne Identitätsprüfung sind damit ausgeschlossen, jedenfalls bei lizenzierten Anbietern.

Zahlungswege im Überblick

Banküberweisung (SEPA) ist der langsamste Weg, aber stets verfügbar, und sie kostet beim Buchmacher in der Regel nichts. Kreditkarten (Visa, Mastercard) sind weit verbreitet, einige Anbieter lehnen sie für Auszahlungen ab. E-Wallets wie PayPal, Skrill oder Neteller sind bei den meisten Anbietern verfügbar, sofern das E-Wallet-Konto auf den eigenen Namen läuft; PayPal etwa hatte sich in der Vergangenheit aus dem deutschen Markt zurückgezogen und ist erst seit der neuen Regulierung wieder bei mehreren Anbietern zu finden. Trustly leitet Zahlungen direkt vom Bankkonto weiter, ohne eigenes E-Wallet, und ist bei einer Reihe von Anbietern als Sofort-Einzahlung verfügbar. Paysafecard funktioniert als Prepaid, aber nur, wenn der Käufer registriert ist und der Buchmacher die Karte akzeptiert. Klarna und Zimpler sind jüngere Wege, die in Deutschland langsam Verbreitung finden. Welche Wege ein Anbieter tatsächlich anbietet, steht in dessen AGB, nicht in der Werbung.

Auszahlungsdauer und Bearbeitung

Die Auszahlungsdauer hängt vom Weg ab. E-Wallets sind oft innerhalb von 24 Stunden auf dem Spielerkonto, Kreditkarten in 1 bis 3 Werktagen, SEPA-Überweisungen in 2 bis 5 Werktagen. Diese Zeiten sind das, was der Anbieter nach erfolgter Prüfung braucht; vorher liegt die Bearbeitungszeit, und die kann bei neuen Kunden länger sein, weil die Identitätsprüfung noch läuft. Bei account closure zahlt der Anbieter das Restguthaben innerhalb von fünf Werktagen aus, ohne Gebühr (§ 6b Abs. 6-7 GlüStV). Wer am Wochenende einzahlt, sieht seine Auszahlung frühestens am folgenden Werktag bearbeitet.

Was bei nicht lizenzierten Anbietern anders ist

Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, hat diese Mechanismen nicht. Die Auszahlungsdauer richtet sich nach den Regeln des Anbieters, und eine deutsche Behörde, die eine blockierte Auszahlung prüft, gibt es nicht. Es gibt zivilrechtliche Urteile, in denen deutschen Spielern Einsätze aus Jahren 2013 bis 2018 zurückgezahlt werden mussten, der Bundesgerichtshof hat die Frage am 25. Juli 2024 dem EuGH vorgelegt (Az. I ZR 90/23), und der EuGH-Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen am 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) eine Rückzahlung grundsätzlich für möglich gehalten, sofern die Behörde nicht ausnahmsweise zugesichert hat, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist kein Freibrief: Wer heute spielt, bekommt nicht automatisch Geld zurück. Es ist nur ein Hinweis, dass die Spielregeln sich ändern können.

Live-Wetten und Cash Out: was der deutsche Rahmen erlaubt

Live-Wetten sind Wetten während eines laufenden Spiels. Cash Out ist eine Funktion des Anbieters, mit der man eine Wette vor dem Ende des Ereignisses zurückgeben kann, zu einem Preis, den der Anbieter festlegt. Beides klingt nach einem freien Markt, ist in Deutschland aber geregelt.

Welche Live-Märkte erlaubt sind

Während eines laufenden Spiels darf nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur auf das Endergebnis gewettet werden, sowie auf Ereignisse, die im jeweiligen Sport selten vorkommen. Nächstes Tor beim Fußball: ja, weil Tore in einem Spiel selten sind. Nächster Satz beim Tennis: ja, aus demselben Grund. Nächster Punkt beim Tennis: nein, weil Punkte im Satz häufig sind. Nächster Korb beim Basketball: nein. Wer bei einem lizenzierten Anbieter Live-Märkte sucht, sieht genau diese Auswahl, und das Fehlen anderer Märkte ist kein Mangel des Buchmachers, sondern Vorschrift. Auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren darf nicht gewettet werden, was in der GGL-Praxis bedeutet: Fußball unterhalb der 3. Liga zählt als Amateurniveau. Wetten auf manipulatoranfällige Ereignisse, auf Regelverstöße und auf deren Sanktionierung sind ebenfalls ausgeschlossen. Soziale oder politische Ereignisse dürfen nicht bewettet werden.

Was Cash Out wirklich ist

Cash Out ist eine freiwillige Funktion. Es gibt weder eine gesetzliche noch eine GGL-Vorschrift, die sie vorschreibt oder begrenzt. Der Buchmacher kauft dem Spieler die Wette zu einem von ihm festgelegten Preis ab, der in der Regel unter dem liegt, was die Wette bei einem Gewinn eingebracht hätte. Der Anbieter macht das, weil er die Marge kontrollieren will: Liegt das Spiel gut für den Spieler, bietet er weniger an, als die Wette wert ist; liegt es schlecht, bietet er mehr an, um den Spieler zum Ausstieg zu bewegen. Der Mechanismus ist also nicht dazu da, dem Spieler zu helfen, sondern dem Anbieter, sein Risiko zu steuern. Wer Cash Out nutzt, sollte verstehen, dass er einen Teil seines möglichen Gewinns an den Anbieter abgibt.

Auszahlung erst nach Spielende

Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Das bedeutet, dass eine als „gewonnen“ angezeigte Wette noch nicht ausgezahlt wird, solange das Spiel läuft. Wer mitten im Spiel auszahlt, lässt sich den Gewinn in der Regel nur über Cash Out holen, und Cash Out ist nicht in jedem Spiel und nicht bei jeder Wette verfügbar.

Tipps, Strategien und das Lieblingswort der Buchmacher

Buchmacher bieten Tipps an, oft prominent auf der Startseite, in Newslettern, in Apps. Diese Tipps sind Vorschläge, die das Marketing des Buchmachers stützen, und sie sind nur so gut wie die Quote, die der Buchmacher selbst anbietet. Niemand weiß vorher, wer ein Spiel gewinnt. Das muss man verstehen, bevor man anfängt, einem Tipp zu folgen.

Wie Buchmacher zu ihren Tipps kommen

Die Vorschläge eines Buchmachers beruhen auf drei Datenpunkten: der aktuellen Form, der Tabellenlage und dem Quotenniveau der eigenen Wettmärkte. Aus Form und Tabelle ergibt sich eine Einschätzung, wer wahrscheinlich gewinnt. Aus den Quoten ergibt sich, was der Markt für wahrscheinlich hält. Ein Tipp ist die Verbindung dieser beiden Punkte. Er ist eine Schätzung, kein Versprechen, und ein Buchmacher hat ein Interesse daran, dass der Spieler überhaupt spielt. Wer einen Tipp des Buchmachers annimmt, wettet gegen die Quote, die der Buchmacher selbst festgelegt hat, inklusive dessen Marge.

Warum auch der Favorit verliert

In einem ausgeglichenen Spiel liegt die implizite Wahrscheinlichkeit jedes Ausgangs bei etwa 33 %, in einem ungleichen Spiel vielleicht bei 50-30-20. Selbst ein deutlicher Favorit gewinnt nicht jedes Spiel. Wer die Wette „Sieg des Favoriten“ langfristig spielt, gewinnt häufig, verliert aber regelmäßig genug, um die Quote zu spüren. Die Quote für einen klaren Favoriten liegt bei 1,30 bis 1,50, das heißt, jeder Gewinn bringt wenig, jeder Verlust kostet viel. Eine Fußballsaison hat 34 Spieltage mit je 9 Spielen, das sind über 300 Spiele pro Verein; ein Verein, der 20 davon verliert, ist schon im oberen Drittel der Liga. Wer darauf wettet, dass dieser Verein nicht verliert, liegt in 20 von 34 Spielen daneben.

WM- und EM-Favoriten als Marketing-Produkt

Vor großen Turnieren wie einer Welt- oder Europameisterschaft steigt das Interesse an Favoriten-Tipps. Buchmacher reagieren mit Sonderquoten, Kombi-Boosts und Dossier-Serien. Diese Angebote sind Marketing, sie sollen Wetten auf das Turnier generieren, nicht die Gewinnchance des Spielers verbessern. Die Favoritenquoten vor einem Turnier sind über die Anbieter hinweg ähnlich, weil die Anbieter ihre Quoten am Markt ausrichten, und sie liegen jeweils mit einer Marge des Anbieters über dem, was die faire Wahrscheinlichkeit wäre. Der Anbieter, der mit der höchsten Quote wirbt, hat nicht zwingend den besseren Tipp, sondern oft nur den dünneren Markt.

Wettarten und Quoten: Einzelwette, Kombiwette, System

Die Quote ist der Preis, den der Buchmacher für einen Ausgang zahlt, und sie enthält stets die Marge des Anbieters. Wer das versteht, sieht, warum ein Favorit nicht „sicher“ ist und warum eine Kombiwette mehr verspricht, als sie hält.

Wie die Quote entsteht

Eine faire Quote spiegelt die Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs. Liegt die Wahrscheinlichkeit eines Sieges bei 50 %, wäre die faire Quote 2,00. Tatsächlich quotieren Buchmacher denselben Ausgang zu 1,90 oder weniger, weil sie ihre Marge einpreisen. Je niedriger die Quote, desto höher die Marge, desto weniger bekommt der Spieler im Verhältnis zum Risiko. Bei einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) addieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten auf über 100 %, und diese Differenz ist die Marge. Eine Marge von 5 % ist im Fußball normal und vergleichsweise gut, eine Marge von 8 % ist hoch, eine Marge von 12 % spricht für einen überteuerten Markt.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Die Einzelwette ist eine Wette auf einen Ausgang. Die Auszahlung ist Einsatz × Quote. Die Kombiwette verbindet mehrere Ausgänge zu einer Wette; die Quoten multiplizieren sich. Bei drei Beinen zu 1,80 ergibt sich eine Gesamtquote von 5,83. Das klingt nach viel, aber die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei Beine gewinnen, ist das Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten, also deutlich niedriger als bei einer Einzelwette. Die Systemwette ist ein Kompromiss: Man wettet auf mehrere Kombinationen gleichzeitig und gewinnt teilweise, wenn nicht alle Beine eintreffen. Eine Heinz-Wette (6 Beine, 57 Kombinationen) oder eine Goliath-Wette (8 Beine, 247 Kombinationen) ist nicht „sicherer“ als eine Einzelwette, sie verteilt das Risiko auf mehr Wetten und kostet damit mehr Einsatz. Der Buchmacher freut sich, weil er auf jede einzelne Wette seine Marge nimmt.

Quotenniveau und Vergleich

Wer Quoten vergleicht, sieht dieselben Spiele, aber unterschiedliche Preise. Ein Buchmacher mit 1,95 für den Favoriten ist 5 % besser als einer mit 1,85, und das ist über eine Saison bares Geld. Allerdings kostet der Vergleich Zeit, und die Differenzen sind bei populären Märkten oft klein. Bei Nischenmärkten (zweite Liga, exotische Ligen) sind die Margen höher und die Unterschiede größer, aber das Wettprogramm dieser Märkte ist auch dünner. Wer konsequent vergleicht, spart über ein Jahr einen kleinen Betrag, kein Vermögen.

Sportarten und Turniere: was Buchmacher im Programm haben

Fußball ist der Standard, Tennis und Darts sind feste Größen, American Football wächst, Boxen ist klassisch. Es gibt einen Sport, der fehlt: Esport.

Fußball als Standard

Fußballwetten sind das Kerngeschäft jedes Buchmachers. Bundesliga, Champions League, Premier League, La Liga, Serie A, Ligue 1: Alles ist abgedeckt. Dazu kommen die 2. Bundesliga, die 3. Liga nur eingeschränkt (Amateurregel), und je nach Anbieter Belgien, Niederlande, Portugal, Türkei. Vor einer Welt- oder Europameisterschaft weiten Buchmacher das Programm auf kleinere Ligen aus, weil das Interesse am Turnier den Markt verbreitert. Nach dem Turnier ziehen sie das Programm wieder zusammen.

Tennis, Darts, American Football, Boxen

Tennis ist ganzjährig verfügbar, mit dünnerem Programm in der Off-Season. Grand-Slam-Turniere ziehen die Tiefe des Anbieterprogramms an. Darts ist ein Nischenmarkt, der über die PDC-Turniere gut abgedeckt ist; die WM im Alexandra Palace ist der Saisonhöhepunkt. American Football (NFL) hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, der Super Bowl ist der umsatzstärkste Einzeltermin im Wettkalender. Boxen ist klassisch, aber unübersichtlich: Viele Kämpfe sind kurzfristig angekündigt, die Quoten ändern sich schnell. Ein Buchmacher, der Boxen stark abdeckt, hat oft ein Programm von 30 bis 50 Kämpfen pro Woche.

Esport: kein Sport im deutschen Recht

Esport wird in Deutschland nicht als Sport anerkannt, und die GGL erlaubt keine Wetten auf Esport. Wer bei einem lizenzierten deutschen Anbieter nach Counter-Strike, League of Legends oder Dota 2 sucht, sucht vergebens. Das ist kein Versäumnis des Buchmachers, sondern eine Folge der Rechtslage. Anbieter, die in Deutschland Esport-Wetten anbieten, haben in der Regel keine deutsche Erlaubnis, und die GGL hat mehrfach vor solchen Angeboten gewarnt.

Markteintritt: was einen neuen Buchmacher in Deutschland ausmacht

Ein neuer Buchmacher ist im deutschen Markt nur dann ein neuer Buchmacher, wenn er eine Erlaubnis hat. Das ist die einzige Trennlinie, die zählt. Ein Anbieter, der seit 20 Jahren in Malta lizenziert ist, aber keine deutsche Erlaubnis hat, ist in Deutschland ein unerlaubter Anbieter. Ein Anbieter, der seit drei Monaten in Deutschland lizenziert ist, ist ein neuer Buchmacher, auch wenn die Muttergesellschaft älter ist.

Markteintritt als rechtlicher Akt

Die Erlaubnis wird vom Regierungspräsidium Darmstadt ausgesprochen und von der GGL beaufsichtigt. Sie ist an die Domain gebunden, also an die Internetadresse, unter der der Buchmacher seine Wetten anbietet. Eine Erlaubnis für „example.com“ deckt nicht „example.ag“ oder „example.de“, auch wenn die Muttergesellschaft dieselbe ist. Wer eine deutsche Domain sieht, hat noch keinen Beweis, dass der Anbieter lizenziert ist: Domains werden auch ohne Erlaubnis registriert. Der Beweis ist die Whitelist.

Was einen Markteintritt von einem alten Anbieter unterscheidet

Für den Spielenden ändert sich durch die Erlaubnis nichts an den Regeln. OASIS wird geprüft, LUGAS wird geprüft, das 1.000 €-Limit gilt, die 5,3 %-Wettsteuer wird vom Anbieter eingezogen, die Auszahlung erfolgt nach den Regeln des Anbieters innerhalb der gesetzlichen Fristen. Ein neuer Anbieter hat in der Regel noch nicht das eingespielte Marketing, die breite App, das volle Wettprogramm. Dafür sind die Bonusangebote oft aggressiver, weil der Anbieter Kunden gewinnen muss. Ob das ein Vorteil ist, hängt vom Preis ab, den der Spieler dafür zahlt: höhere Umsatzfaktoren, kürzere Fristen, höhere Mindestquoten sind häufige Mittel, mit denen neue Anbieter den Bonus refinanzieren.

Woran man einen neuen lizenzierten Anbieter erkennt

Das Datum der Ersterlaubnis steht in der Whitelist. Wer dort nachsieht, sieht, ob der Anbieter seit zwei Jahren oder seit zwei Monaten lizenziert ist. Eine Ersterlaubnis vor 2020 ist in der Regel ein Anbieter, der schon unter dem alten Übergangsrecht aktiv war; eine Ersterlaubnis 2021 oder später ist ein Anbieter, der den GlüStV 2021 von Anfang an mitgemacht hat. Beide sind lizenziert, beide sind legal, die Frage „neu oder alt“ ist eine Frage der Erfahrung, nicht der Rechtmäßigkeit.

Wie ein Buchmacher funktioniert: Quoten, Marge, Gewinn

Ein Buchmacher ist ein Unternehmen, das Wetten zu festen Quoten annimmt und Gewinne nach Einsatz × Quote auszahlt. Wer das nicht versteht, sieht nur den Markt und nicht die Mechanik.

Das Geschäftsmodell

Das Geld des Buchmachers stammt aus der Differenz zwischen dem, was die Spieler setzen, und dem, was die Spieler gewinnen. Diese Differenz ist die Marge. Sie wird im Voraus in die Quoten eingerechnet, indem der Buchmacher die faire Quote (Kehrwert der Wahrscheinlichkeit) um einen Faktor kürzt. Bei einer fairen Quote von 2,00 bietet der Buchmacher 1,90, bei fairer Quote 1,50 bietet er 1,45. Über alle Wetten auf einen Markt bleibt dem Buchmacher die Marge, unabhängig vom Ausgang. Das ist der Unterschied zu einem Wettpartner, der gegen den Spieler wettet: Der Buchmacher verliert nicht, wenn der Favorit gewinnt, er verliert nur, wenn die Verteilung der Wetten nicht zu seiner Marge passt.

Quotenbildung in der Praxis

Buchmacher bilden Quoten nicht im luftleeren Raum, sondern anhand von drei Eingangsgrößen: statistische Modelle (Elo-Zahlen, Formkurven, historische Daten), die Meinung des Marktes (Quoten anderer Anbieter, die der Buchmacher beobachtet) und das eigene Risikomanagement (Exposure, also das, was auf einen Ausgang gesetzt ist). Diese drei Größen werden in einen Preis übersetzt, mit Marge oben drauf. Das Ergebnis ist die Quote, die der Spieler sieht. Eine Quote ist also kein Urteil über die Wirklichkeit, sondern ein Produkt aus Daten, Marktbeobachtung und Hauspolitik.

Quotenschlüssel: die messbare Seite der Marge

Der Quotenschlüssel (Auszahlungsquote) ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt im Schnitt an die Spieler zurückgibt. Die Formel lautet: 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + 1/Quote₃) für einen Drei-Wege-Markt. Liegen die Quoten bei 2,00, 3,40 und 3,80, ergibt sich ein Schlüssel von 95 %, was 5 % Marge entspricht. Bundesliga-Heimsiege werden typischerweise zu 94-96 % quotiert, Außenseitersiege zu 92-94 %, kleinere Ligen zu 90-92 % oder weniger. Wer konsequent auf großen Märkten wettet, bekommt mehr für sein Geld. Wer konsequent auf kleinen Märkten wettet, bekommt weniger und finanziert den Buchmacher stärker mit.

GGL-Whitelist und Erlaubnis: was sie prüft und was nicht

Die Whitelist ist die einzige offizielle Quelle für die Frage, ob ein Anbieter in Deutschland Sportwetten anbieten darf. Sie wird von der GGL geführt, gepflegt und ist online abrufbar. Sie trägt einen Stand, in der Regel den Tag, an dem sie zuletzt aktualisiert wurde.

Was die Whitelist zeigt

Die Whitelist führt den Anbieter (den Inhaber der Erlaubnis), die Domain (die Internetadresse, unter der die Erlaubnis gilt), das Erstdatum (den Tag, an dem die Erlaubnis erstmals erteilt wurde) und, bei Folgeerlaubnissen, das Datum der Verlängerung. Sie zeigt außerdem, welche Art von Erlaubnis erteilt wurde: Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Pferdewetten. Die Whitelist führt kein Enddatum, weil die Erlaubnis auf Antrag verlängert wird und die GGL laufend aktualisiert.

Welche Anbieter derzeit eingetragen sind

Stand 2. Oktober 2026 listet die Whitelist 30 Einträge mit Sportwetten-Erlaubnis im engeren Sinn, davon 27 mit reiner Sportwetten-Erlaubnis und zwei mit zusätzlicher Pferdewetten-Erlaubnis; drei weitere Inhaber sind nur für Pferdewetten zugelassen. Die Domains sind durchgängig.de-Domains. Die bekanntesten Namen sind vertreten: bet365, betway, bet-at-home, Tipico, Tipwin, Betano, Winamax, bwin, interwetten, DAZN Bet, Bet3000, Sportwetten.de, ODDSET, Admiral Bet, NEO.bet, Merkur Bets, VBet, LeoVegas. Eine vollständige Liste sieht man auf der Seite der GGL.

Worauf die Whitelist nicht antwortet

Die Whitelist sagt nichts über die Qualität des Angebots, über Quoten, über Bonusbedingungen, über die Auszahlungsdauer im Einzelfall. Sie sagt auch nichts über den Sitz der Muttergesellschaft: Viele Inhaber sitzen in Malta (Tipico, Betway, bwin, Winamax, interwetten, Betano, bet-at-home, Bet3000, VBet, Merkur Bets, Admiral Bet), andere in Deutschland (ODDSET, NEO.bet). Ein Sitz in Malta ist im deutschen Recht kein Hinderungsgrund; die Erlaubnis wird in Deutschland erteilt, und die GGL beaufsichtigt den Betrieb. Wer einen Anbieter beurteilt, sieht also auf die Whitelist für die Erlaubnis und auf das Wettprogramm für alles andere.

Anbieter GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
ODDSET Oddset Sportwetten GmbH, Erlaubnis vorhanden 18.11.2020
betway Betway Limited, Erlaubnis vorhanden (Folgeerlaubnis 23.12.2022) 09.03.2021
DAZN Bet DZBT Operations Limited, Erlaubnis vorhanden 22.08.2023
bet-at-home Bet-at-home.com Internet Limited, Erlaubnis vorhanden (Folgeerlaubnis 22.12.2022) 02.11.2020
Tipwin Tipwin Limited, Erlaubnis vorhanden (Folgeerlaubnis 27.12.2022) 09.10.2020
Betano Betkick Sportsbetting Limited, Erlaubnis vorhanden 19.02.2021
Winamax WINAMAX (Société anonyme), Erlaubnis vorhanden 29.06.2021
Tipico Tipico Co. Limited, Erlaubnis vorhanden 09.10.2020
Bet3000 I.B.C. Sportsbetting Limited, Erlaubnis vorhanden 22.04.2026
Sportwetten.de NetX Betting Limited, Erlaubnis vorhanden 19.11.2020

Diese zehn Inhaber zeigen, was die Whitelist im Einzelfall liefert: einen Inhaber, einen Status und ein Erstdatum. ODDSET ist die Traditionsmarke der deutschen Lottogesellschaften, betway ist seit März 2021 dabei, Bet3000 ist mit Erstdatum 22. April 2026 das jüngste Beispiel. Drei Inhaber wurden zwischen 2023 und 2026 erstmals erlaubt: DAZN Bet, Winamax und Bet3000. Die übrigen sieben tragen Erstdaten aus 2020 und 2021, dem Übergangsjahr des neuen GlüStV.

Top 10 lizenzierte Buchmacher in Deutschland

Die folgenden zehn Anbieter stehen auf der GGL-Whitelist (Stand 02.10.2026) und sind die in Deutschland am weitesten verbreiteten lizenzierten Sportwettenanbieter. Die Reihenfolge ist alphabetisch; sie ist keine Wertung.

ODDSET – die Traditionsmarke der Lottogesellschaften

ODDSET ist die Marke der deutschen Lotto- und Totogesellschaften. Die ODDSET Sportwetten GmbH sitzt in München, die Erlaubnis wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt am 15.12.2022 erteilt. Die Aufsicht führt die GGL in Halle (Saale). ODDSET hat das Image eines seriösen, nüchternen Anbieters: Das Wettprogramm ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld, der Bonus ist zurückhaltend. Wer auf Nummer sicher gehen will, findet hier einen Anbieter, der in deutscher Hand ist und den deutschen Regulierungsrahmen ohne ausländische Zwischenstation betreibt. Der Nachteil ist die App, die nicht in allen Funktionen mit den privaten Anbietern mithält, und das Wettprogramm in Nischenmärkten, das dünner ausfällt.

Betway – breites Wettprogramm und internationale Präsenz

betway ist ein internationaler Anbieter mit maltesischem Sitz, in Deutschland lizenziert seit dem 09.03.2021. Die Folgeerlaubnis datiert auf den 23.12.2022. Das Wettprogramm ist breit, die Quoten liegen im oberen Mittelfeld, der Bonus ist wettbewerbsfähig. betway ist auch in der deutschen Öffentlichkeit präsent, mit Sponsoring im Fußball und in eSports — Letzteres allerdings nicht im deutschen Wettprogramm, da Esport nicht erlaubt ist. Für Spieler, die ein breites Programm und solide Quoten suchen, ist betway eine gute Wahl. Wer auf Esport wettet, ist hier falsch.

DAZN Bet – die Wettplattform für Streaming-Nutzer

DAZN Bet ist die Wettplattform des Streaming-Anbieters DAZN und ein vergleichsweise junger Name im deutschen Markt. Die DZBT Operations Limited sitzt in Malta, die Erlaubnis wurde am 22.08.2023 erteilt. DAZN Bet profitiert von der Verbindung zum Streaming-Angebot: Wer DAZN schaut, kann direkt auf das laufende Spiel wetten, ohne die Plattform zu wechseln. Das Wettprogramm ist schmaler als bei den etablierten Anbietern, die Quoten sind okay, der Bonus ist aggressiv. DAZN Bet ist ein Anbieter für Spieler, die ohnehin DAZN schauen und Wetten als Ergänzung sehen.

Bet-at-home – beständiger Anbieter mit österreichischen Wurzeln

bet-at-home ist ein österreichisch-maltaisch geprägter Anbieter, in Deutschland lizenziert seit dem 02.11.2020, mit Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Das Image ist nüchtern, das Wettprogramm ist solide, die Quoten sind eher durchschnittlich, der Bonus ist traditionell. bet-at-home spricht Spieler an, die einen beständigen Anbieter suchen, der nicht jeden Monat eine neue Werbeaktion braucht.

Tipwin – deutsches Familienunternehmen im Basketball-Sponsoring

Tipwin ist ein deutsches Familienunternehmen, gegründet von Dr. Damir Böhm, der auch Geschäftsführer ist. Die Erlaubnis wurde am 09.10.2020 erteilt, mit Folgeerlaubnissen am 27.12.2022 und am 09.01.2024. Tipwin ist über Sponsoring im deutschen Basketball (Premium-Partner des DBB) sichtbar. Das Wettprogramm ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld, der Bonus ist wettbewerbsfähig. Wer einen Anbieter mit deutschem Hintergrund sucht, der nicht Teil der Lotto-Familie ist, findet hier eine Alternative.

Betano – hohe Quotenkompetenz aus der Stoiximan-Gruppe

Betano gehört zur Betkick Sportwettenservice, einem österreichischen Unternehmen, das der griechischen Stoiximan-Gruppe gehört. Die Erlaubnis wurde im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt, die Folgeerlaubnis datiert auf den 16.12.2022. Betano ist in mehreren europäischen Märkten aktiv und bringt die Quotenkompetenz eines größeren Verbunds mit. Das Wettprogramm ist breit, die Quoten sind im oberen Mittelfeld, der Bonus ist aggressiv. Betano ist eine gute Wahl für Spieler, die Wert auf hohe Quoten legen.

Winamax – französischer Anbieter mit Poker-Hintergrund

Winamax ist ein französischer Anbieter, der in Deutschland lizenziert ist seit dem 29.06.2021, mit Folgeerlaubnis vom 08.12.2022. Winamax ist in Frankreich vor allem für Poker bekannt, bietet in Deutschland aber ein wachsendes Sportwettenangebot. Das Wettprogramm ist schmaler als bei den großen Anbietern, die Quoten sind okay, der Bonus ist wettbewerbsfähig. Winamax spricht Spieler an, die einen Anbieter mit Poker-Hintergrund suchen.

Tipico – der bekannte Standard mit breiter Shop-Präsenz

Tipico ist der bekannteste deutsche Wettanbieter. Die Tipico Co. Ltd. sitzt in Malta, wurde 2004 gegründet, die Erlaubnis in Deutschland datiert auf den 09.10.2020, die Folgeerlaubnis auf den 09.12.2022. Tipico ist über Wettshops in den Innenstädten und über Werbung im Fußball sichtbar. Das Wettprogramm ist breit, die Quoten sind solide, der Bonus ist klassisch. Tipico ist die Standardwahl für Spieler, die einen Anbieter suchen, der in jeder Fußgängerzone präsent ist.

Bet3000 – verwurzelt in der deutschen Wett-Tradition

Bet3000 ist mit Erstdatum 22.04.2026 der jüngste Eintrag in der Whitelist unter den hier vorgestellten Anbietern. Die I.B.C. Sportsbetting Limited sitzt in Malta. Bet3000 ist vor allem in der deutschsprachigen Wett-Tradition verwurzelt, mit Fokus auf stationären Wetten und Online. Das Wettprogramm ist solide, die Quoten sind wettbewerbsfähig, der Bonus ist klassisch. Für Spieler, die einen neueren lizenzierten Anbieter suchen, ist Bet3000 ein Beispiel dafür, wie ein Markteintritt unter dem GlüStV 2021 aussieht.

Sportwetten.de – konkreter Anbieter mit klarem Fokus

Sportwetten.de wird von der NetX Betting Limited betrieben, die in Malta sitzt; die Erlaubnis wurde am 19.11.2020 erteilt. Der Name klingt nach allgemeinem Sportwetten-Portal, ist aber ein konkreter Anbieter. Das Wettprogramm ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld, der Bonus ist wettbewerbsfähig. Der Name ist nicht zu verwechseln mit generischen Vergleichsportalen.

Überblick: Was ein Buchmacher in Deutschland leistet

Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festen Quoten an, verwaltet die Ein- und Auszahlungen, zieht die Wettsteuer ein und führt OASIS- und LUGAS-Abfragen durch. Er ist nicht der Gegenspieler des Spielers, sondern ein Vermittler, der seine Marge auf jeden Wettmarkt aufschlägt. Diese Grunddefinition steht im Glücksspielstaatsvertrag und in der Wahrnehmung der Spieler, auch wenn die Wahrnehmung oft eine andere Geschichte erzählt.

Buchmacher und Wettanbieter: dasselbe Wort, andere Quelle

Im deutschen Sprachgebrauch werden „Buchmacher“ und „Wettanbieter“ häufig synonym verwendet. Streng genommen ist der Buchmacher im Rennwett- und Lotteriegesetz der Anbieter von Pferdewetten; im Glücksspielstaatsvertrag 2021 heißt der Anbieter von Sportwetten „Veranstalter“. In der Umgangssprache und in der Werbung hat sich „Buchmacher“ für jeden Sportwettenanbieter durchgesetzt. Wer mit den Begriffen navigiert, weiß, dass die rechtliche Quelle das eine und der Sprachgebrauch das andere ist.

Was zur Grundausstattung gehört

Ein Buchmacher hat ein Wettprogramm (eine Auswahl an Sportarten, Ligen und Märkten), ein Quotensystem (die Preise, zu denen er Wetten annimmt), eine Kontoführung (Einzahlung, Auszahlung, Bonusguthaben) und einen Kundenservice. Hinzu kommen regulatorische Funktionen, die der Spieler nicht sieht: Altersprüfung, Identitätsprüfung, OASIS-Abfrage, LUGAS-Anbindung, Limitdatei, Aktivitätsdatei. Wer einen Anbieter beurteilt, sieht die erste Liste; die zweite Liste ist die Voraussetzung dafür, dass die erste Liste legal ist.

Warum das alles nicht ohne Erlaubnis geht

Die Erlaubnis ist keine Formalität. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass die Spielregeln gelten, die der Spieler erwartet: dass OASIS greift, dass das Limit gilt, dass Auszahlungen kommen, dass es im Streitfall eine deutsche Aufsicht gibt. Ein Anbieter ohne Erlaubnis hat diese Mechanismen nicht. Die GGL hat am 17. September 2026 vor illegalen Angeboten gewarnt — und zwar nicht, weil die Spieler dort schlechtere Quoten bekämen, sondern weil sie dort keinen Schutz hätten, wenn etwas schiefgeht.

Recht und Lizenz: Was in Deutschland erlaubt ist und was nicht

Die Rechtslage in Deutschland ist seit Juli 2021 im Glücksspielstaatsvertrag 2021 geregelt. Er ist die Grundlage für die Erlaubnis, die Aufsicht und die Bußgelder. Wer die Rechtslage versteht, versteht, warum die Whitelist existiert und warum ein Anbieter ohne Eintrag dort ein Problem ist.

Die Erlaubnis nach § 9 GlüStV

Die Erlaubnis wird vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt und von der GGL in Halle (Saale) beaufsichtigt. Sie gilt für eine bestimmte Domain und für eine bestimmte Spielform. Die Erlaubnis für Sportwetten ist nicht übertragbar und nicht automatisch auf andere Domains ausgedehnt. Eine Folgeerlaubnis wird auf Antrag erteilt und ist Voraussetzung dafür, dass der Anbieter über die erste Fünf-Jahres-Frist hinaus tätig sein darf.

Was nicht erlaubt ist

Ohne Erlaubnis ist das Angebot von Sportwetten in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat (§ 4 Abs. 1 GlüStV, § 284 StGB). Wer als Veranstalter ohne Erlaubnis Wetten anbietet, kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe belegt werden; wer für einen solchen Anbieter wirbt, bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an einem unerlaubten Angebot ist nach § 285 StGB eine Straftat mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe, wobei die Strafverfolgung einzelner Spieler in der Praxis nicht vorkommt. Die zivilrechtliche Seite ist offener: Mehrere deutsche Gerichte haben Anbieter ohne Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt, und der Bundesgerichtshof hat die Frage am 25. Juli 2024 dem EuGH vorgelegt. Der EuGH-Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (C-530/24) eine Rückzahlung grundsätzlich für möglich gehalten.

Werbung und Marketing

Werbung für Glücksspiel ist nur Inhabern einer Erlaubnis erlaubt (§ 5 Abs. 7 GlüStV). Für Sportwetten gilt zusätzlich: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Vergütung von Affiliates nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Eine Werbepause zwischen 6 und 21 Uhr gibt es nur für Slots, Online-Poker und Online-Casino, nicht für Sportwetten. Werbung, die gegen diese Regeln verstößt, ist bußgeldbewehrt.

Verantwortungsvolles Wetten: was OASIS, LUGAS und der Panikbutton leisten

Verantwortungsvolles Wetten ist im Glücksspielstaatsvertrag geregelt. Es geht um drei Mechanismen: den Schutz Minderjähriger, die Begrenzung des Einsatzes und die Möglichkeit, sich selbst auszusperren.

Altersgrenze und Identitätsprüfung

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Jeder Anbieter muss vor der ersten Wette das Alter prüfen. Vor der vollständigen Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spielzeit mit maximal 100 € Einzahlung erlauben, und keine Auszahlung. Wer nach 72 Stunden nicht verifiziert ist, wird gesperrt. Die Sperre gilt anbieterübergreifend über die Aktivitätsdatei (§ 6h GlüStV): Wer bei einem Anbieter gesperrt ist, kann sich nicht bei einem anderen anmelden.

OASIS und LUGAS

OASIS ist die zentrale Sperrdatei (§§ 8, 8a GlüStV). Jeder Anbieter prüft bei Anmeldung und bei jedem Login, ob der Spieler gesperrt ist. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Eine Fremdsperre durch Dritte, etwa Angehörige, ist ebenfalls möglich. LUGAS ist die Limitdatei (§ 6c GlüStV): Sie führt das monatliche Einzahlungslimit, das per Voreinstellung bei 1.000 € liegt. Anbieter sind verpflichtet, jede Einzahlung gegen das Limit abzugleichen. Parallel wird die Aktivitätsdatei geführt, die laufende Sitzungen protokolliert und Parallel-Spiel verhindert. Offshore-Anbieter sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen.

Panikbutton und 24-Stunden-Sperre

Seit dem GlüStV 2021 gibt es den Panikbutton (§ 6i Abs. 3 GlüStV). Ein Druck, und der Anbieter sperrt das Konto für 24 Stunden, ohne Wenn und Aber. Die Sperre gilt anbieterintern; sie ist kein Ersatz für eine OASIS-Sperre, sondern eine Sofortmaßnahme. Wer den Panikbutton nutzt, sollte im Anschluss prüfen, ob eine längere Sperre sinnvoll ist.

Anbieter ohne Erlaubnis: kein Schutz

Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist an OASIS nicht angeschlossen, an LUGAS nicht angeschlossen, an den Panikbutton nicht verpflichtet. Eine Selbstsperre bei einem solchen Anbieter gilt nur für diesen Anbieter. Wer sich für eine längere Pause entscheidet, sollte sich direkt bei der GGL für OASIS registrieren, weil nur OASIS anbieterübergreifend sperrt.

Krypto, E-Wallets und Anonymität: was geht und was nicht

Kryptowährungen sind in Deutschland bei lizenzierten Anbietern ausgeschlossen. E-Wallets sind erlaubt, sofern das Konto auf den eigenen Namen läuft. Anonymität ist im lizenzierten Markt ausgeschlossen.

Warum Krypto bei lizenzierten Anbietern nicht funktioniert

Die Zahlung muss von einem Konto stammen, das auf den Namen des Spielers läuft, bei einem Institut, das dem Geldwäschegesetz unterliegt (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Kryptowallets sind keine solchen Konten, auch wenn sie auf den eigenen Namen laufen. Bitcoin, Ethereum, USDT und andere Kryptowährungen sind daher bei deutschen Buchmachern kein Zahlungsweg. Wer einen Krypto-Buchmacher sucht, sucht im Offshore-Markt, und der ist in Deutschland unerlaubt.

E-Wallets und Prepaid

PayPal, Skrill, Neteller, Trustly, Klarna, Zimpler — all diese Wege funktionieren, sofern das Wallet-Konto auf den Namen des Spielers läuft. Anonyme E-Wallets, etwa solche ohne KYC-Prozess, sind ausgeschlossen. Die Paysafecard ist als Prepaid verbreitet, aber nur, wenn der Käufer bei Paysafecard registriert ist; in diesem Fall läuft die Karte auf einen identifizierten Inhaber. Wer mit Prepaid ohne Registrierung einzahlt, scheitert an der Identitätsprüfung des Buchmachers.

Was Offshore anders macht

Offshore-Anbieter haben diese Mechanismen nicht. Sie akzeptieren Krypto, anonyme E-Wallets, Prepaid ohne Registrierung. Genau diese Anonymität ist der Grund, warum sie in Deutschland keine Erlaubnis bekommen. Die GGL hat mehrfach vor illegalen Angeboten gewarnt; die Bußgelder und Untersagungen richten sich gegen die Anbieter, nicht gegen die Spieler. Die Spieler riskieren ihre Einzahlung, weil die zivilrechtliche Durchsetzung im Streitfall unsicher ist.

Häufige Fragen zu neuen Buchmachern in Deutschland

Was ist ein Buchmacher, und wie verdient er an Wetten?

Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festen Quoten an und zahlt Gewinne nach dem Schema Einsatz mal Quote aus. Sein Gewinn ergibt sich aus der Marge, die er auf jeden Wettmarkt aufschlägt: Die Quoten, die der Spieler sieht, sind systematisch niedriger als die fairen Quoten, die der Wahrscheinlichkeit entsprechen würden. Diese Differenz summiert sich über alle Wetten zum Unternehmensgewinn, unabhängig davon, welches Team gewinnt.

Wie machen Buchmacher ihre Quoten, und was ist die Marge?

Buchmacher kombinieren statistische Modelle mit der Beobachtung anderer Anbieter und ihrem eigenen Risikomanagement. Sie kürzen die faire Quote um einen Faktor, der ihre Marge abbildet. Die Marge ist die Differenz zwischen 100 % und dem Quotenschlüssel, also dem Anteil der Einsätze, den ein Markt im Durchschnitt wieder an die Spieler auszahlt. Bei einer Bundesliga-Drei-Wege-Wette mit 95 % Quotenschlüssel liegt die Marge bei 5 %.

Wie wird man Buchmacher, und welche Erlaubnis braucht ein Anbieter in Deutschland?

Wer in Deutschland Sportwetten anbieten will, braucht eine Erlaubnis nach § 9a GlüStV, die vom Regierungspräsidium Darmstadt ausgestellt und von der GGL in Halle (Saale) beaufsichtigt wird. Die Erlaubnis ist an eine Domain gebunden, wird für fünf Jahre erteilt und muss vor Ablauf verlängert werden. Sie wird nur erteilt, wenn der Anbieter die Anforderungen an Spielerschutz, Geldwäscheprävention und technische Sicherheit erfüllt. Eine Erlaubnis aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine Wirkung.

Woran sind neue Buchmacher mit deutscher Erlaubnis zu erkennen, und wo steht die aktuelle Whitelist?

Neue Buchmacher stehen auf der Whitelist der GGL. Das ist die einzige offizielle Quelle für die Frage, ob ein Anbieter in Deutschland Sportwetten anbieten darf. Die Liste wird online veröffentlicht und enthält Anbieter, Domain, Erstdatum und Art der Erlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis; nur der Eintrag in der Whitelist tut es. Anbieter ohne Eintrag sind in Deutschland unerlaubt tätig.

Welche Rolle spielt die Sportwettensteuer von 5,3 % bei der Berechnung der Auszahlung?

Die Wettsteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die als Einsatz minus der Steuer selbst definiert ist, also rund 5,03 % des eingesetzten Betrags. Sie wird vom Anbieter eingezogen und an das Finanzamt abgeführt, nicht vom Spieler. Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, ist seine Sache und steht in seinen AGB. Eine Wettsteuer von 5,3 % vom Einsatz ist nicht korrekt — die korrekte Zahl ist 5,3 % vom Einsatz minus Steuer, was ungefähr 5,03 % des Einsatzes ergibt.

Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter mit Klarna»