Wettanbieter mit deutscher Lizenz: Wer auf der GGL-Whitelist steht – und was die Erlaubnis kostet
Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis steht nicht auf der Startseite eines Anbieters, sie steht auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Wer dort nicht gelistet ist, mag eine maltesische, eine curaçaoische oder gar keine Lizenz vorweisen – für deutsches Recht zählt nur dieser eine Eintrag. Die folgende Einordnung ordnet die zehn wichtigsten Marken mit GGL-Erlaubnis ein, erklärt das Schutzsystem, das mit der Erlaubnis verbunden ist, und zeigt, wo der Vergleich an Grenzen stößt.

Stand: 19. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026.
Spielerschutz: was die deutsche Erlaubnis tatsächlich erzwingt
Bevor ein Name in einer Tabelle auftaucht, lohnt sich der Blick auf das, was die Erlaubnis vom Anbieter verlangt. Denn die Frage „wer hat eine Lizenz“ trennt sich schnell von der Frage „was kostet die Lizenz den, der sie bekommt“ – und der Preis wird am Ende an die Spielenden weitergegeben.

Einzahlungslimit quer durch alle Anbieter
Das auffälligste Stück Spielerschutz ist die 1.000-€-Grenze. Sie gilt pro Kalendermonat und addiert sich über alle Anbieter hinweg, bei denen ein Spielender ein Konto führt (§ 6c Abs. 1 GlüStV). Die Anbieter tauschen dazu Limitdaten über die Limitdatei LUGAS aus; ein zweites Konto bei einem anderen Wettanbieter im selben Monat schließt sich also nicht technisch, aber praktisch. Wer die Grenze anheben will, muss gegenüber dem Anbieter eine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen – eine Selbsterklärung reicht nicht. Anbieter dürfen in solchen Fällen bis zu 10.000 € freigeben, in Ausnahmen bis zu 30.000 €, Letzteres aber nur für höchstens ein Prozent ihrer aktiven Kundschaft.
Diese eine Zahl verändert die Vergleichskriterien. Wer Quoten und Bonusbedingungen vergleicht, vergleicht längst nicht das ganze Bild. Die 1.000 € sind die Decke, an der fast jede Marketingzusage ihre Form verliert.

OASIS, Panikbutton und Parallelspielverbot
Neben dem Einzahlungslimit steht OASIS – die Spielersperrdatenbank, die bei Registrierung und Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der oder die Spielende selbst eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Ergänzend gibt es den Panikbutton: ein Knopf, der sofort eine 24-Stunden-Sperre auslöst. Wer bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis spielt, ist also in ein anbieterübergreifendes System eingebunden, das der Anbieter nicht umgehen kann.
Parallel dazu verbietet § 6h GlüStV das gleichzeitige Spielen bei mehreren Anbietern. Die Aktivitätsdatei LUGAS prüft, ob parallel ein zweiter Login läuft. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet – ein Mechanismus, der zwar praktisch selten greift, aber als Drohkulisse über jeder Wette steht.
Verifikation und eigenes Zahlungskonto
Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen zulassen (§ 6a GlüStV). Danach gilt die volle Kontoeröffnung mit Ausweiskontrolle. Zahlungen sind ausschließlich von einem Konto erlaubt, das auf den Namen des Spielenden lautet und bei einem Institut nach Geldwäschegesetz geführt wird – anonyme Mittel, Kryptowährungen und nicht zuordenbare Prepaid-Produkte sind damit ausgeschlossen (§ 6b Abs. 4).
Was die Erlaubnis nicht abdeckt
Die Sportwetten-Erlaubnis deckt nur festgelegte Wettformen ab: Einzel- und Kombiwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines klar abgegrenzten Abschnitts davon (§ 21 Abs. 1 GlüStV). E-Sports ist nach GGL-Praxis kein Sport im Sinne des Gesetzes; lizenzierte E-Sports-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Virtuelle Sportwetten sind im Sportwettprogramm nicht etabliert. Bei Live-Wetten darf nur auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder vergleichbare seltene Ereignisse gewettet werden – der nächste Punkt im Tennis, der nächste Korb im Basketball zählt nicht. Die folgende Tabelle führt deshalb ausschließlich Marken, deren Sportwetten-Domain auf der GGL-Whitelist steht.
Die zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Überblick
Diese Übersicht sortiert nicht nach Quoten, Bonus oder Beliebtheit. Sie ordnet zehn Domains, deren Sportwetten-Erlaubnis die GGL am 02.10.2026 auf ihrer Whitelist geführt hat. Sortiert ist nach dem Erstdatum der jeweiligen Erlaubnis, das die Whitelist für jeden Eintrag nennt.
| Marke | Whitelist-Status (Stand 02.10.2026) | Inhaber laut Whitelist | Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| Tipico | Erlaubnis Sportwetten | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Erlaubnis Sportwetten | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| AdmiralBet | Erlaubnis Sportwetten | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| NEO | Erlaubnis Sportwetten | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| bet-at-home | Erlaubnis Sportwetten | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| Sportwetten | Erlaubnis Sportwetten | NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| Betano | Erlaubnis Sportwetten | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Winamax | Erlaubnis Sportwetten | WINAMAX SA | 29.06.2021 |
| LeoVegas | Erlaubnis Sportwetten | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| Bet3000 | Erlaubnis Sportwetten | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
Die Whitelist führt pro Domain genau einen Erlaubnisinhaber, fast immer eine Malta-Gesellschaft. Eine deutsche GmbH oder AG taucht in dieser Liste praktisch nicht auf – die Erlaubnis wird an die EU-Gesellschaft erteilt, die dann die deutsche Domain betreibt. Die Daten in der Tabelle stammen aus dem Whitelist-Snapshot vom 02.10.2026; wer prüfen will, ob die Erlaubnis heute noch besteht, geht auf die Whitelist selbst.
Wie die Erlaubnis zustande kam
Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten wurden im Oktober 2020 erteilt – mehrere Jahre nach Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2012, weil Gerichtsverfahren die Vergabe blockiert hatten. Wer also eine Erlaubnis „seit 2020“ hat, gehört zur ersten Kohorte, die überhaupt eine bekam. Die Zahl solcher Erlaubnisinhaber blieb überschaubar: 2024 listete die GGL 32 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis, davon 13 für stationären und Internetvertrieb und 19 nur für den Internetvertrieb; 27 davon hatten ein aktives Angebot.
Was die Tabelle nicht zeigt
Die Spalte „Erlaubnis seit“ gibt das Erstdatum laut Whitelist wieder. Eine Folgeerlaubnis, mit der die GGL die Erlaubnis nach Ablauf der ersten Fünf-Jahres-Frist verlängert, ändert das Erstdatum nicht – sie steht mit eigenem Datum daneben. Die Tabelle enthält deshalb nur das Erstdatum; wer nach Folgeerlaubnissen sucht, findet sie in den jeweiligen Anbieter-Porträts. Wettquoten, Boni, Auszahlungszeiten oder Live-Angebot sind in der Tabelle bewusst nicht aufgeführt: die GGL-Whitelist führt keine dieser Größen, ein seriöser Vergleich kann sie nicht aus dieser Quelle ableiten.
Was eine deutsche Erlaubnis tatsächlich bedeutet
Wer auf der Whitelist steht, darf in Deutschland Sportwetten im Internet anbieten – und nur diese. Eine Sportwetten-Erlaubnis deckt keine Slots, kein Online-Casino und kein Online-Poker ab. Anbieter wie AdmiralBet, bet-at-home, LeoVegas oder Sportingbet führen auf der Whitelist zusätzliche Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele – das ist eine andere Lizenz, mit anderen Regeln. Wer dort spielt, spielt nicht „bei einem Wettanbieter mit Lizenz“, sondern bei einem Automatenspiel-Anbieter mit Lizenz.
Wer die Aufsicht führt
Die GGL mit Sitz in Halle (Saale) ist die zentrale Aufsichtsbehörde für länderübergreifende Erlaubnisse nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, der am 1. Juli 2021 in Kraft trat. Sie vergibt die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV, überwacht den Betrieb und verhängt Bußgelder nach § 28a. Die Steuerseite liegt beim Finanzamt; die Wettsteuer ist keine Sache der GGL.
Welche Wetten erlaubt sind
Der Katalog zulässiger Wetten steht in § 21 GlüStV und im sogenannten Sportwettprogramm der GGL. Erlaubt sind festgelegte Einzel- und Kombiwetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines klar abgegrenzten Abschnitts davon. Live-Wetten sind nur auf das Endergebnis oder auf seltene Komponenten wie das nächste Tor oder den nächsten Satz zulässig – der nächste Punkt im Tennis, der nächste Korb im Basketball zählt nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen, sind ausgeschlossen; in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. Wetten auf Sportereignisse, die manipulationsanfällig sind, sowie Wetten auf Regelverstöße und ihre Sanktionierung sind ebenfalls verboten. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse gehören nicht zum zulässigen Programm.
Verbotene Werbung und zulässige Boni
Werbung für Sportwetten darf keine aktiven Sportler oder Funktionäre zeigen, keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung des betroffenen Ereignisses im selben Kanal schalten und keine Affiliate-Vergütung an Umsatz, Einzahlung oder Einsatz binden (§ 5 Abs. 3, 6 GlüStV). Der zwischen 06:00 und 21:00 geltende Werbebanner gilt für Slots, Online-Poker und Online-Casino – nicht für Sportwetten. Der GlüStV schreibt weder die Höhe noch die Bedingungen eines Sportwetten-Bonus vor; was ein Anbieter an Umsatz, Mindestquote und Frist verlangt, steht allein in seinen AGB.
Wo die Wettsteuer landet
Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – das sind rund 5,03 % des gezahlten Einsatzes. Schuldner ist der Veranstalter, nicht der Spielende (§ 19 RennwLottG). Ob und wie der Anbieter sie an die Wettenden weitergibt, entscheidet er allein; eine Aussage „5,3 % vom Einsatz“ wäre falsch, weil die Bemessungsgrundlage bereits die Steuer herausrechnet. Ob ein Anbieter die Steuer selbst trägt, vom Gewinn abzieht oder in den Quoten einpreist, regelt jeder Anbieter in seinen Bedingungen – ein direkter Vergleich dieser Praxis gehört in eine Quoten- und Konditionstabelle, nicht in die Lizenz-Übersicht.
Offshore, Curaçao und der Blick in die andere Hälfte des Marktes
Wer in Deutschland wettet, ohne dass die Domain auf der GGL-Whitelist steht, spielt bei einem unerlaubten Anbieter – gleichgültig, welche Lizenz das Logo trägt. Eine maltesische MGA-Lizenz, eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine operative Wirkung. Die GGL hat im September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt.
Zivilrechtliche Folgen: die Tipico-Vorlage
Die Frage, ob Spielende von einem nicht lizenzierten Anbieter verlorene Einsätze zurückfordern können, ist seit Jahren umstritten. Der Bundesgerichtshof hat sie am 25. Juli 2024 dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt (Az. I ZR 90/23). Ein Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) für grundsätzlich möglich gehalten, dass unerlaubte Anbieter zur Rückzahlung verpflichtet werden – mit einer Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das Urteil steht aus. Wer heute auf eine Rückzahlung spekuliert, spekuliert auf eine offene Rechtsfrage.
Was Offshore konkret anders macht
Ein Anbieter ohne GGL-Erlaubnis ist weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen, kennt weder das 1.000-€-Limit noch das Parallelspielverbot. Höhere Einzahlungen, ein breiteres Live-Programm und E-Sports-Wetten werden möglich. Im Gegenzug entfällt der gesamte Spielerschutzrahmen, den das deutsche Recht setzt, und der Rechtsweg führt nicht über die deutschen Gerichte und Behörden. Die GGL hat 2025 insgesamt 287 Untersagungsverfahren geführt – 1.843 illegale Websites waren im selben Jahr aufgrund von Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar.
Warum das für den Vergleich hier wichtig ist
Eine Liste „der besten Wettanbieter mit deutscher Lizenz“ kann nur Marken umfassen, die tatsächlich eine Erlaubnis haben. Eine Konzernschwester derselben Mutter mit Sitz in Curaçao zählt nicht, auch wenn sie auf der Startseite denselben Markennamen trägt. Wer auf das Logo vertraut und nicht auf die Domain, hat den ersten Schritt schon getan, sich außerhalb des Geltungsbereichs zu bewegen.
Die einzelnen Anbieter: Erlaubnis, Angebot und was sie auszeichnet
Die folgenden zehn Karten greifen die Daten der Übersicht auf und ordnen jeden Eintrag ein. Sortiert ist nach Erstdatum der Erlaubnis. Jede Karte nennt die Erlaubnisdaten, die Whitelist führt, den Inhaber, wie die GGL ihn listet, und ordnet die Marke im Vergleich ein. Quoten, Live-Tiefe, App-Leistung, Auszahlungsdauer oder Bonusmechanik werden nicht bewertet, weil die GGL-Whitelist keine dieser Größen abbildet und die vorliegende Übersicht keine eigene Messreihe danebenstellt.
Tipico
Tipico gehört zur ersten Kohorte der GGL-Erlaubnisinhaber und führt die deutsche Domain seit dem 09.10.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Inhaber laut Whitelist ist die Tipico Co. Limited. Die Marke ist in Deutschland über Wettvermittlungsstellen stark verankert; die Online-Sportwetten-Erlaubnis ergänzt dieses Standbein. In der öffentlichen Wahrnehmung steht Tipico für eine dichte Fußball-Quote und einen breiten Filialbetrieb, beides ist hier erwähnt, weil es die Position im Vergleich beschreibt – nicht, weil es gemessen wurde.
Sportingbet
Sportingbet wird laut Whitelist von der Sportingbet (Deutschland) Limited betrieben; die Erlaubnis wurde am 09.10.2020 erteilt, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 21.12.2022. Die Marke tritt weniger lautstark auf als Tipico oder Betano, gehört aber zu den ersten Konzernen, die in Deutschland eine Erlaubnis bekamen. Die zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15.11.2022 ist eine zweite Lizenz – sie macht Sportingbet nicht zu einem Casinoanbieter mit Sportwetten, sondern zu einem Anbieter mit zwei getrennten Erlaubnissen.
AdmiralBet
AdmiralBet wird auf der Whitelist unter der Greentube Betting Malta Limited geführt. Die Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 13.12.2022 und eine weitere auf den 29.07.2024. Die zweite Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 28.09.2022 auf der Domain slots.admiralbet.de. AdmiralBet gehört damit zu den Anbietern, die auf einer Whitelist-Domain sowohl Sportwetten als auch Automatenspiele anbieten dürfen, jeweils unter eigener Erlaubnis.
NEO.bet
NEO wird laut Whitelist von der Greenvest Betting Limited betrieben. Die Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 22.12.2022. NEO.bet tritt im deutschen Markt vergleichsweise schmal auf, gehört aber zu den frühen Erlaubnisinhabern und damit zu den Marken, die das deutsche Verfahren von Anfang an mitgetragen haben. Die Whitelist führt keine weitere Erlaubnis für diese Domain.
bet-at-home
Bet-at-home wird von der Bet-at-home.com Internet Limited betrieben. Die Erlaubnis datiert auf den 02.11.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 22.12.2022. Eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 28.12.2022. Auch hier gilt: zwei Erlaubnisse, zwei Domains, zwei voneinander getrennte Spielwelten. Die Marke gehört zu den ersten Online-Sportwetten-Anbietern überhaupt und hat den Wechsel ins deutsche Erlaubnissystem mit vollzogen.
Sportwetten.de
Sportwetten fällt aus dem Schema, weil die Domain zugleich der Markenname ist. Die Whitelist führt hier die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta. Die Erlaubnis datiert auf den 19.11.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 16.12.2022. Die Domain war über lange Zeit vor allem als Informationsportal bekannt; die Erlaubnis macht sie zum Veranstalter, nicht zum Vermittler. Wer hier spielt, wettet direkt beim Anbieter, der die Domain betreibt – eine Eigenheit, die der Domainname nahelegt und die in der Vergleichslogik auffällt.
Betano
Betano wird von der Betkick Sportsbetting Limited betrieben, einem österreichischen Unternehmen im Besitz von Stoiximan. Die deutsche Erlaubnis wurde im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt und auf der Whitelist mit dem Erstdatum 19.02.2021 geführt, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 16.12.2022. Betano gehört damit zur zweiten Kohorte der Erlaubnisinhaber, nur wenige Monate nach der ersten Welle. Die Marke hat in den Folgejahren im deutschsprachigen Markt an Sichtbarkeit gewonnen, was sich auch in der Marketingpräsenz niederschlägt.
Winamax
Winamax wird von der WINAMAX SA betrieben. Die Erlaubnis wurde am 29.06.2021 erteilt, eine Folgeerlaubnis am 08.12.2022. Winamax ist im deutschen Markt vor allem als Pokeranbieter bekannt; die Sportwetten-Erlaubnis ergänzt das Angebot. Auch hier stehen Erlaubnis und Marktauftritt in einem Verhältnis, das der Leser kennen sollte, bevor er Vergleichsmaßstäbe anlegt: Wer Winamax vor allem vom Pokertisch kennt, sucht auf der Sportwetten-Domain ein anderes Produkt als auf der Pokerdomain.
LeoVegas
LeoVegas wird laut Whitelist von der LVSports Limited betrieben. Die Erlaubnis datiert auf den 21.10.2024, eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 27.02.2023. LeoVegas ist im Vergleich der jüngere Sportwetten-Anbieter – die Marke selbst ist älter, der Einstieg ins deutsche Sportwetten-Geschäft kam erst 2024. Die zweite Erlaubnis ist hier wichtiger als bei anderen Marken, weil sie zeigt, dass LVSports Limited im Konzernverbund mehrere Erlaubnisse trägt.
Bet3000
Bet3000 wird von der I.B.C. Sportsbetting Limited betrieben. Die Erlaubnis datiert auf den 22.04.2026 und ist damit die jüngste in der Tabelle. Die Whitelist führt keinen früheren Erlaubniszeitpunkt, also auch keine Folgeerlaubnis. Bet3000 ist über die stationäre Wettvermittlung in Deutschland seit langem präsent; der Schritt auf die Whitelist kam spät, im Vergleich zu Mitbewerbern aus der ersten Kohorte. Die Folge: eine vergleichsweise neue Erlaubnis, ein altes Markenprofil.
Wie viel ein 1.000-€-Monat unter der Erlaubnis kostet
Die GGL-Erlaubnis wirkt über zwei Hebel: ein hartes Limit nach oben und eine Marktstruktur, die das verbleibende Volumen auf wenige zulässige Wetttypen verteilt. Beides zusammen verändert, was ein einzelner Euro bei einem lizenzierten Anbieter tatsächlich wert ist.
Annahmen
Diese Rechnung geht von einer Monatsabfolge aus, die der GlüStV-Rahmen erlaubt: ein monatlicher Einsatz von 1.000 €, einmal vollständig gesetzt, auf einer vereinfachten Zwei-Wege-Wette mit zwei Ausgängen, die jeweils zu einer Quote von 1,90 notiert sind. Es handelt sich um eine Beispielquote, nicht um einen recherchierten Marktpreis; das Ergebnis ist eine Größenordnung, kein konkreter Tipp.
Auszahlungsanteil und Marge
Eine Zwei-Wege-Wette mit identischen Quoten von 1,90 hat einen Auszahlungsanteil von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (1,0526) = 0,95 – also 95 %. Die Marge, also der Anteil, den der Anbieter je eingesetztem Euro einbehält, beträgt 5 %.
Erwarteter Verlust
Bei 1.000 € Einsatz und 5 % Marge liegt der erwartete Verlust bei rund 50 € im Monat. Erwarteter Verlust ist nicht der garantierte Verlust; er ist der Mittelwert über eine sehr große Zahl gleichartiger Wetten. Wer 1.000 € auf eine Wette zu 1,90 setzt und gewinnt, erhält 1.900 € zurück; wer verliert, verliert den Einsatz. Die 50 € sind die durchschnittliche Differenz, die der Anbieter auf diesem Markt vereinnahmt.
Was das in der Realität bedeutet
Auf andere Wettformen übertragen, ändert sich die Größenordnung mit der Marge. Märkte mit drei Ausgängen (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) liegen typischerweise zwischen 4 % und 8 % Marge, asiatische Handicaps darunter, Langzeitwetten darüber. Wer auf einer 1,90/1,90-Linie bleibt, bewegt sich im unteren Drittel. Die Frage, ob 50 € erwarteter Verlust pro Monat „viel“ ist, hängt am verfügbaren Budget – und genau dafür ist die 1.000-€-Grenze der Anker: bei diesem Einsatz ist 50 € der statistische Preis des Wettens unter der Erlaubnis.
Der deutsche Sportwettenmarkt in Zahlen
Wer die Liste liest, sollte den Markt kennen, in dem sie steht. Die GGL hat für 2024 die folgenden Größen veröffentlicht.
Volumen und Auszahlungsquote
Die GGL-erlaubten Sportwettenanbieter erzielten 2024 Bruttospielerträge von 1.963 Mio. Euro, das sind 12 % mehr als im Vorjahr. Die zugrunde liegenden Wetteinsätze beliefen sich auf 8,2 Mrd. Euro (2023: 7,9 Mrd.). Die durchschnittliche Auszahlungsquote – das ist die Summe aller ausgezahlten Gewinne im Verhältnis zu den Einsätzen – lag bei 76 %, nach 78 % im Jahr 2023. Eine Auszahlungsquote von 76 % entspricht einer durchschnittlichen Marge von 24 %, deutlich höher als der 5 % einer angenommenen 1,90/1,90-Linie. Der Unterschied erklärt sich über die Mischung: Live-Wetten, Kombiwetten und Spezialmärkte haben höhere Margen als das hier angenommene einfache Zwei-Wege-Modell.
Pre-Match, Live und Sportarten
Im Jahr 2024 lag das Verhältnis zwischen Pre-Match- und Live-Wetten bei 47 % zu 53 %. 78 % der Einsätze entfielen auf Fußball, danach folgten Basketball mit 8 %, Tennis mit 5 %, Kombinationen aus verschiedenen Sportarten mit 5 % und Eishockey mit 1 %. Eine Liste, die das Spitzensport-Spektrum abdeckt, ist im Kern eine Fußball-Liste – und wer eine Nischen-Sportart sucht, schaut am besten direkt im Wettprogramm der Whitelist-Anbieter nach, ob die Liga dort geführt wird.
Vertriebswege und Verfügbarkeit
Der Online-Vertrieb lief 2024 über 28 aktive Internetseiten; stationär wurden rund 2.300 Wettvermittlungsstellen betrieben. Die rund 12.000 ODDSET-Annahmestellen hatten für ihren Vertriebsweg eine Übergangsregelung bis zum 30.06.2024. Wer also 2024 noch in einer Annahmestelle gewettet hat, tat das unter einer auslaufenden Sonderregel.
Kanalisierungsquote
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 %. Das bedeutet: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote. Eine ältere Auswertung auf Basis von Steuerdaten des Bundesfinanzministeriums hatte für 2022 noch eine Kanalisierungsquote von deutlich über 95 % im Sportwettenmarkt ergeben, mit einem illegalen Anteil von weniger als fünf Prozent. Die Differenz zeigt, dass der Schwarzmarkt im Online-Casino- und Slot-Bereich wächst, während er im Sportwettenmarkt kleiner bleibt.
Marktgröße insgesamt
Der regulierte deutsche Glücksspielmarkt hatte 2024, gemessen an den Bruttospielerträgen, ein Volumen von etwa 14,4 Mrd. Euro. Die Steuereinnahmen aus Glücksspielen betrugen im selben Zeitraum rund 7 Mrd. Euro. Sportwetten sind ein Teilmarkt davon – etwa 14 % der Bruttospielerträge entfallen auf erlaubte Sportwettenanbieter, der Rest verteilt sich auf Automatenspiele, Online-Casino, Lotterien und andere Segmente.
Worauf ein Vergleich dieser Anbieter hinausläuft
Eine Liste kann Lizenzstatus, Erlaubnisdaten und Inhaber nennen – und genau das tut die Übersicht im Abschnitt „Die zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Überblick“. Sie kann nicht Preise, Auszahlungsgeschwindigkeit, App-Leistung oder Live-Tiefe abbilden, ohne eine eigene Messreihe daneben zu legen. Wer diese Liste nutzt, prüft drei Dinge selbst:
Erlaubnis und Inhaber: Die Whitelist ist die einzige Quelle, an der sich die deutsche Erlaubnis ablesen lässt. Wer dort nicht steht, gehört nicht auf diese Seite.
Wettprogramm und Quote: Was ein Anbieter tatsächlich anbietet, steht in seinem Wettprogramm. Wer eine bestimmte Liga oder einen Spezialmarkt sucht, prüft sie direkt beim Anbieter, nicht in einer Lizenz-Übersicht.
Auszahlungswege und -dauer: Welche Zahlungsmittel ein Anbieter annimmt, wie schnell er auszahlt und welche Limits er setzt, hängt am Anbieter. Die GGL schreibt ein eigenes Zahlungskonto vor – welches Institut das ist, bleibt offen.
Eine Spalte „Bester Anbieter“ hat in dieser Liste bewusst keinen Platz. Die deutsche Erlaubnis ist die Eintrittskarte; wer sie hat, gehört auf die Liste. Was innerhalb dieser Liste zählt, hängt davon ab, was der oder die Einzelne sucht.
Häufige Fragen
Wie lässt sich prüfen, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?
Die GGL veröffentlicht die Whitelist auf ihrer offiziellen Seite. Sie listet pro Domain den Erlaubnisinhaber, das Datum der Erlaubnis und die Art der Erlaubnis – Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Pferdewetten. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert; der hier zugrunde gelegte Snapshot datiert auf den 02.10.2026. Eine .de-Domain allein beweist keine Lizenz; eine ausländische Lizenz – etwa aus Malta, Curaçao oder Anjouan – hat in Deutschland keine operative Wirkung.
Was bedeutet die deutsche Sportwetten-Erlaubnis für das 1.000-€-Limit und OASIS?
Die Erlaubnis verpflichtet den Anbieter, das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € über die Limitdatei LUGAS anbieterübergreifend durchzusetzen. Eine Anhebung ist nur auf Antrag mit Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit möglich, eine Senkung gilt sofort, eine Anhebung frühestens nach sieben Tagen. OASIS ist die zentrale Sperrdatenbank; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, sonst mindestens ein Jahr, und gilt anbieterübergreifend. Beide Systeme greifen ausschließlich bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis – Offshore-Anbieter sind nicht angeschlossen.
Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?
Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta ist keine Erlaubnis nach dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag. Anbieter mit einer solchen Lizenz dürfen in Deutschland keine Sportwetten anbieten; das Angebot ist unerlaubt. Die GGL hat im September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt. Die zivilrechtliche Frage, ob Spielende verlorene Einsätze zurückfordern können, hat der BGH am 25.07.2024 dem EuGH vorgelegt; eine Entscheidung steht aus.
Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie?
Die Wettsteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, das entspricht rund 5,03 % des gezahlten Einsatzes. Schuldner ist nach § 19 RennwLottG der Veranstalter, nicht der Spielende. Ob und wie der Anbieter die Steuer an die Wettenden weitergibt – über die Quote, einen Abzug vom Gewinn oder gar nicht – entscheidet der Anbieter. Wer prüfen will, wie ein bestimmter Anbieter mit der Steuer umgeht, liest dessen AGB.
Gilt die Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?
Nein. Die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV deckt ausschließlich Sportwetten ab. Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele erfordern eine separate Erlaubnis. Mehrere Whitelist-Domains – AdmiralBet, bet-at-home, LeoVegas, Sportingbet – führen zusätzliche Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele; diese zweite Erlaubnis steht mit eigenem Datum neben der Sportwetten-Erlaubnis und gilt auf einer eigenen Domain. Wer dort spielt, spielt unter einer anderen Lizenz mit anderen Regeln.
Nach welchen Kriterien werden Wettanbieter in einem Vergleich bewertet?
Eine Lizenz-Übersicht bewertet nach dem, was die Quelle hergibt: Whitelist-Status, Inhaber, Erlaubnisdatum. Alles darüber hinaus – Quoten, Live-Tiefe, App, Auszahlungsdauer, Bonusmechanik – gehört in eine eigene Messung und kann nicht aus der Lizenzliste abgeleitet werden. Wer eine solche Übersicht um Quotenvergleiche ergänzen will, braucht eine eigene Erhebung pro Markt, pro Spiel, pro Snapshot-Datum; die GGL-Whitelist liefert diese Daten nicht.
Lizenz – Wettanbieter mit Klarna
Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter mit Klarna»