Neue Wettanbieter 2026: Wer in Deutschland legal an den Start geht

Updated Oktober 2026
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Stand: 19. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt neben einem Notizbuch mit handschriftlichen Notizen auf einem hellen Holztisch, daneben eine Tasse Kaffee im Morgenlicht.
Neobet: Die Greenvest Betting Limited ist Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.

Wer in Deutschland nach neuen Wettanbietern sucht, stößt auf eine unübersichtliche Lage: Dutzende Marken werben mit Neustart, mit „frischer“ Lizenz, mit „neuer“ App. Tatsächlich ist die Zahl der Anbieter, die in der Bundesrepublik Sportwetten legal anbieten dürfen, klein und klar abgegrenzt. Sie steht auf einer einzigen Liste, der GGL-Whitelist, und sie wird von einer einzigen Behörde geführt: der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle an der Saale. Wer dort nicht eingetragen ist, bietet in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel an – gleich, was auf der eigenen Webseite behauptet wird.

Dieser Überblick ordnet die Markteintritte des laufenden Jahres und der unmittelbaren Vergangenheit nach diesem einen Kriterium: Steht die Domain mit Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist? Wer darunter fällt, ist hier mit Betreibergesellschaft, Sitz und Erlaubnisdatum verzeichnet. Wer nicht, wird in diesem Text nicht als „neuer Wettanbieter in Deutschland“ behandelt. Was die erlaubten Anbieter an Auszahlungsdauer, Quotenniveau oder Bonusbedingungen leisten, gehört in die jeweiligen AGB und in den Vergleich, nicht in die Lizenz selbst.

Im Mittelpunkt stehen zehn Marken, deren Sportwetten-Domain die GGL aktuell führt: AdmiralBet, bet365, Tipico, Tiptorro, NEO.bet, Interwetten, ODDSET, Betway, bpremium und Wettarena. Sieben von ihnen sind seit dem 09.10.2020, dem Tag des Inkrafttretens des neuen Glücksspielstaatsvertrags, in Deutschland aktiv; drei sind später dazugekommen. Daneben gibt es eine zweite Welle von Markteintritten, die in den letzten Monaten auf die Whitelist gelangt sind – LeoVegas, Merkur Bets, VBet, DAZN Bet, Betano und Bet-at-home – und die das Bild der deutschen Sportwettenlandschaft in 2026 deutlich verändern.

Spielerschutz: Was jeder lizenzierte Anbieter einhalten muss

Wer in Deutschland Sportwetten anbieten will, übernimmt damit ein ganzes Bündel von Pflichten. Sie stehen im Glücksspielstaatsvertrag 2021 und gelten für jeden Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis gleichermaßen. Wer dort spielt, bekommt davon nicht alles unmittelbar mit; wer den Anbieter wechselt, bekommt es zu spüren.

Ein großes Stadion unter Flutlicht, aus der Ferne über eine dunkle Wiese gesehen, die Lichtmasten spiegeln sich im Dunst der Abenddämmerung.
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Alter, Konto und Verifikation

Mitmachen darf nur, wer volljährig ist – 18 Jahre, ohne Ausnahme. Jeder Anbieter führt pro Spielerin und Spieler genau ein Konto, und dieses Konto ist vor der ersten Auszahlung vollständig zu verifizieren. Wer das nicht innerhalb von 72 Stunden abschließt, kann zwar in dieser Frist weiterspielen, aber nur mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungsmöglichkeit. Die Verifikation läuft über die LUGAS-Aktivitätsdatei: ein zentrales Register, das Doppelkonten verhindert, also paralleles Spielen auf mehreren Anbietern gleichzeitig unterbindet.

Einzahlungslimit: 1.000 € pro Monat – und die Schlupfwege

Das auffälligste Element ist das monatliche Einzahlungslimit. Es liegt standardmäßig bei 1.000 €, gilt quer über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei technisch durchgesetzt. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Anbieter dürfen einzelnen Spielern gegen Nachweis ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ein höheres Limit einräumen – bis 10.000 €, in Ausnahmen bis 30.000 €, wobei letzteres höchstens einem Prozent der aktiven Kundschaft offenstehen darf. Eine Selbsterklärung reicht dafür nicht; die Anbieter müssen die Belege prüfen.

Ein leerer Papierwettschein und ein Kugelschreiber liegen auf einem aufgeräumten Schreibtisch neben einer Lupe, weiches Licht von einem Fenster.
Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Wer auf einem nicht-lizenzierten Anbieter spielt, hat diese Bremse nicht. Das wird gern als Freiheit verkauft, ist aber nur die Abwesenheit einer Schutzregel, nicht ein Vorteil.

OASIS und der Panikbutton

Die Sperrdatei OASIS ist das zweite Standbein. Sie wird bei jeder Anmeldung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt, bleibt mindestens drei Monate gesperrt, wenn eine Frist genannt wurde, sonst mindestens ein Jahr. Familienangehörige können eine Fremdsperre beantragen. Der Panikbutton, erreichbar aus dem Spielkonto, löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus – als Atempause, nicht als dauerhafte Sperre.

Auszahlung und Treuhand

Gewinne liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühr ausgezahlt. Das ist nicht der Bonus, das ist die Standarderwartung an jeden Anbieter mit deutscher Erlaubnis.

Bonus und Freiwette: Was das Willkommensangebot wirklich kostet

Die Werbung der neuen Wettanbieter dreht sich fast vollständig um den Neukundenbonus. Wer die Angebote vergleicht, vergleicht am Ende weniger die Bonussumme als die Bedingungen, unter denen sie zu Geld wird.

Die übliche Mechanik

Die meisten Willkommensangebote in Deutschland funktionieren nach demselben Muster: Einzahlung verdoppeln oder zum Teil verdoppeln, Bonusgeld wird parallel zum Echtgeldguthaben geführt, ein bestimmter Umsatz muss innerhalb einer Frist erreicht werden, und nur Wetten ab einer Mindestquote zählen. Wer sich nur die Prozentzahl und die maximale Bonushöhe ansieht, übersieht drei Viertel dessen, was das Angebot tatsächlich kostet.

Mindestquote, Frist, ausgeschlossene Märkte

Eine Mindestquote von 1,50 gehört zum kleineren Standard, 2,00 ist die obere Hälfte. Kombiwetten mit höherer Gesamtwertung erfüllen die Bedingung ebenfalls, oft aber nur, wenn jede einzelne Begegnung die Mindestquote erreicht. Die Frist reicht von sieben Tagen bis zu einem Monat. Bestimmte Märkte – Livewetten, asiatische Handicaps, einseitige Favoritenwetten – sind häufig ausgeschlossen, ebenso Cash-Out-Wetten, weil sich der Einsatz nicht zurückverfolgen lässt.

Was das im Schnitt bedeutet

Ein Bonus von 100 % auf 100 € Einsatz ist nur dann ein Gewinn, wenn die Umsatzbedingungen erfüllt werden können, ohne dass das dafür eingesetzte Geld an der Buchmachermarge zehrt. Bei einer durchschnittlichen Marge von 5 % auf klassische 1X2-Märkte verliert der Spieler auf jedem Euro Umsatz etwa fünf Cent an die Quotenstruktur. Bei einem 4-fachen Umsatz auf 100 € sind das rund 20 € – der Bonus ist also real kein Geschenk über 100 €, sondern eines, das im Schnitt bereits 20 € eingebüßt hat, bevor es überhaupt ausgezahlt werden kann.

Gratiswetten – der oft übersehene Haken

Eine Gratiswette, oft als „Freebet“ oder „Gratiswette“ beworben, zahlt im Gewinnfall nur den Nettogewinn, nicht den Einsatz zurück. Wer eine 10-€-Freebet auf eine 3,00-Quote setzt, gewinnt 20 €, nicht 30 €. Bei einer Marktmarge von 5 % ist der Erwartungswert dieser Freebet rund 9,50 € – sie ist also fast ihr eigener Nennwert, nur eben nicht ausgezahlt, sondern als Gewinn. Mehrere Anbieter beschränken die Freebettauswahl zudem auf bestimmte Märkte oder Mindestquoten. Ohne diese Konditionen liest sich jedes Angebot größer, als es ist.

Zahlungen und Auszahlungsdauer: Welche Methoden möglich sind

Die Zahlungsseite entscheidet, wie schnell ein Gewinn tatsächlich auf dem Konto ist, und sie entscheidet, welche Konten überhaupt genutzt werden dürfen.

Nur Konten auf eigenen Namen

Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt ausschließlich Zahlungen von Konten, die auf den Namen der Spielerin oder des Spielers laufen und bei einem Institut geführt werden, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Damit sind anonyme Zahlungsmittel, Kryptowährungen, Gutscheine ohne Identitätsbindung und Bargeldtransfers ausgeschlossen – nicht aus Risikogründen, sondern als direkte Folge des Geldwäscherechts. Anbieter, die Bitcoin, Ethereum oder anonyme Prepaid-Codes akzeptieren, sind in Deutschland nicht lizenziert. Wer dort einzahlt, hat keinen Zugriff auf OASIS und LUGAS.

Übliche Methoden

In Deutschland zugelassene Anbieter akzeptieren in der Regel Banküberweisung, Sofortüberweisung, Kreditkarte, giropay, Klarna, PayPal und teilweise Apple Pay oder Google Pay. Skrill und Neteller sind verbreitet, aber nicht bei allen Anbietern verfügbar. Welche Methode tatsächlich angeboten wird, hängt vom Anbieter ab; ein Blick in die Zahlungsseite der jeweiligen Webseite oder in die FAQ schafft hier Klarheit.

Auszahlungsdauer

Banküberweisung auf ein deutsches Konto dauert in der Regel ein bis drei Werktage, bei den ersten Auszahlungen nach Verifikation gelegentlich länger. E-Wallets schaffen es oft am selben Werktag. Die Dauer ist keine Frage der Lizenz, sondern der Hauslogik des Anbieters, und sie schwankt mit dem Kontostand, der Tageszeit und der Notwendigkeit erneuter Dokumentenprüfung. „Sofortauszahlung“ wird oft beworben, gilt aber fast nur für bereits verifizierte Konten und zuvor genutzte Auszahlungsmethoden.

Neue Wettanbieter: Was „neu“ in Deutschland überhaupt bedeutet

„Neuer Wettanbieter“ ist in Deutschland ein juristisch aufgeladener Begriff. Wer ihn benutzt, sollte zwei Dinge trennen: das Gründungsdatum der Marke und das Datum der deutschen Erlaubnis.

Whitelist-Erstaufnahme ist entscheidend

Die GGL führt in ihrer Whitelist sowohl das Datum der Ersterlaubnis als auch das Datum von Folgeerlaubnissen. Viele der heute bekannten Marken – Tipico, bet365, AdmiralBet, NEO.bet, Interwetten, ODDSET, bpremium, Wettarena – haben ihre Ersterlaubnis am 09.10.2020 erhalten, dem Tag, an dem der Glücksspielstaatsvertrag 2021 in Kraft trat. Sie sind im deutschen Markt neu im regulatorischen Sinn, auch wenn die Marke selbst älter ist. Andere sind nach diesem Datum dazugekommen: Betway (09.03.2021), Tiptorro (30.06.2021), Betano (Februar 2021), Bet-at-home (02.11.2020), Merkur Bets (06.11.2023), VBet (05.12.2023), DAZN Bet (22.08.2023), LeoVegas (21.10.2024 für Sportwetten) und Bet3000 (22.04.2026).

Was die Whitelist abbildet – und was nicht

Die Whitelist enthält 30 Einträge mit Stand 2. Oktober 2026: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Sie zeigt für jeden Eintrag die Domain, die Betreibergesellschaft, das Erlaubnisdatum und eventuelle Folgeerlaubnisse. Sie zeigt kein Enddatum – Erlaubnisse laufen nach dem Glücksspielstaatsvertrag fünf Jahre, eine Verlängerung steht in Form einer Folgeerlaubnis in der Liste.

Die Whitelist zeigt auch keine Auszahlungsdauer, keine Boni, kein Quotenniveau, keine App-Bewertung. Wer aus der Whitelist allein das beste Angebot ableiten will, liest die falsche Liste. Sie ist das Zulassungsregister, nicht die Marktübersicht.

Offshore und deutsche Lizenz

Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ist in Deutschland irrelevant. Die GGL formuliert es unzweideutig: Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, die in Deutschland spielen lassen, betreiben unerlaubtes Glücksspiel. Die Aufsichtsbehörde hat in der Vergangenheit wiederholt vor einzelnen Marken gewarnt. Am 17. September 2026 hat sie Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt.

Die zehn neuen Wettanbieter im Vergleich

Die folgende Tabelle ordnet die zehn Anbieter, deren Sportwetten-Domain die GGL aktuell als „neue Wettanbieter“ im regulatorischen Sinn führt. „Neu“ bezieht sich auf das Datum der deutschen Erlaubnis – nicht auf das Alter der Marke.

Marke Whitelist-Status Erlaubnisinhaber Erlaubnis seit
AdmiralBet Whitelist-Eintrag Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
bet365 Whitelist-Eintrag Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
Tipico Whitelist-Eintrag Tipico Co. Limited 09.10.2020
Tiptorro Whitelist-Eintrag Torro Tec Limited 30.06.2021
NEO.bet Whitelist-Eintrag Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Interwetten Whitelist-Eintrag Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
ODDSET Whitelist-Eintrag ODDSET Sportwetten GmbH 18.11.2020
Betway Whitelist-Eintrag Betway Limited 09.03.2021
bpremium Whitelist-Eintrag Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
Wettarena Whitelist-Eintrag I.B.C. Sportsbetting Limited 09.10.2020

Acht der zehn Marken sind bereits seit dem 09.10.2020 zugelassen – dem Tag, an dem der Glücksspielstaatsvertrag 2021 in Kraft trat. Sie sind neu in Deutschland, nicht neu als Marke. Das Datum steht in der Tabelle deshalb, weil es der einzige objektiv überprüfbare Anker ist, der auf der Whitelist selbst ablesbar ist; ein Ranking nach Marktbekanntheit oder Bonusangeboten wäre eine redaktionelle Setzung, die dieser Text nicht vornimmt. Wer die Liste aktualisieren will, findet sie auf der Webseite der GGL; das Datum oben in der Tabelle gibt den Stand der zugrunde gelegten Snapshot wieder.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Die folgenden Abschnitte ordnen die zehn Whitelist-Anbieter nach ihrer Stellung im deutschen Markt. Jeder Block endet mit einer Einschätzung, was den Anbieter für wen auszeichnet – nicht, was er verspricht.

AdmiralBet (Admiralbet.de)

Hinter AdmiralBet steht die Greentube Betting Malta Limited, eine Gesellschaft der Novomatic-Gruppe, mit Sitz auf Malta. Die deutsche Erlaubnis für Admiralbet.de datiert auf den 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen am 13.12.2022 und 29.07.2024. Eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht seit dem 28.09.2022. Die Marke profiliert sich in Deutschland seit Jahren über Wettbüros und Spielstätten; der Online-Sportwetten-Auftritt ist die digitale Verlängerung dieses Geschäfts. Wer die Marke aus dem stationären Vertrieb kennt, findet im Online-Angebot dasselbe Markenversprechen – dieselbe Erlaubnis, andere Vertriebsform. Wer einen reinen Online-Anbieter sucht, hat hier einen Anbieter mit doppeltem Standbein.

bet365 (Bet365.de)

Bet365 wird in Deutschland von der Hillside (Europe) ENC betrieben, ebenfalls mit Sitz auf Malta. Die Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020, mit einer Folgeerlaubnis am 27.12.2022. Bet365 ist in Deutschland der Anbieter mit der größten Marktdurchdringung im Online-Segment, gemessen an der Zahl der registrierten Konten und am Werbedruck. Das Livewetten-Angebot und die Tiefe der Märkte pro Begegnung sind in der Branche der Referenzpunkt, an dem andere Anbieter gemessen werden. Wer nach Quotenniveau und Marktbreite schaut, landet in den meisten unabhängigen Vergleichen bei bet365. Die App gehört zu den am besten bewerteten Wett-Apps in den deutschen Stores.

Tipico (Tipico.de)

Tipico Co. Limited, Portomaso Business Tower, San Ġiljan, Malta. Gegründet 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic zusammen mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle. Erste deutsche Erlaubnis am 09.10.2020, Folgeerlaubnis am 09.12.2022. Tipico ist der Anbieter, an dem sich die juristische Auseinandersetzung um die Frage, ob Sportwetten ohne deutsche Lizenz zur Rückzahlung verpflichtet sind, derzeit entscheidet: Der Bundesgerichtshof hat die Frage am 25. Juli 2024 dem EuGH vorgelegt (Az. I ZR 90/23); der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € an Verlusten aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass unlizenzierte Anbieter Einsätze zurückzahlen müssen – mit einer Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Für die aktuelle Beurteilung von Tipico ändert das nichts – das Verfahren betrifft die Zeit vor der Erlaubnis. Es zeigt aber, warum die Whitelist heute so viel Gewicht hat: Sie ist die Grenze, hinter der zivilrechtliche Rückforderungen wahrscheinlich werden.

Tiptorro (Tiptorro.de)

Tiptorro wird in Deutschland von der Torro Tec Limited mit Sitz auf Malta betrieben. Die Marke steht im App Store unter dem gleichen Betreiber und beschreibt sich als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Whitelist)“. Die Erlaubnis besteht seit dem 30.06.2021, Folgeerlaubnis seit dem 27.12.2022. Tiptorro gehört zu den jüngeren deutschen Marken und ist überwiegend über die App verbreitet. Wer einen Anbieter sucht, der sich auf mobile Wetten konzentriert, hat hier einen Kandidaten.

NEO.bet

Hinter NEO.bet steht die Greenvest Betting Limited mit Sitz auf Malta. Erlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis seit dem 22.12.2022. NEO.bet tritt in Deutschland ausschließlich online auf; es gibt kein stationäres Wettbüro-Netz. Die Marke positioniert sich mit einem schmalen Wettprogramm, aber überdurchschnittlichen Quoten in den Kernmärkten Bundesliga, Champions League und europäische Top-Ligen. Wer Wert auf Quoten statt auf Breite legt, findet hier einen Anbieter, der in Vergleichstabellen regelmäßig vorne liegt. Wer internationale Randsportarten oder untere Ligen sucht, ist hier falsch.

Interwetten (Interwetten.de)

Die Interwetten Gaming Limited betreibt Interwetten.de von Tigne‘ Point, Sliema, Malta aus. Erlaubnis seit dem 02.11.2020, Folgeerlaubnis seit dem 27.12.2022. Interwetten gehört zu den ältesten Online-Wettmarken im deutschsprachigen Raum und ist in Schleswig-Holstein bereits seit Dezember 2012 für Sportwetten zugelassen. Die deutsche Erlaubnis unter dem GlüStV 2021 kam später als bei den Erstanbietern vom 09.10.2020. Wer einen Anbieter mit langer Historie sucht und die Übergangsregelung in Schleswig-Holstein bewusst nutzen möchte, hat hier eine Alternative. Für die meisten Spielerinnen und Spieler ist die Historie kein Argument; das Wettprogramm entscheidet.

ODDSET (Oddset.de)

ODDSET ist die deutsche Besonderheit unter den hier aufgeführten Anbietern. Die ODDSET Sportwetten GmbH hat ihren Sitz in Deutschland und ist als einzige der zehn Marken keine Malta-Gesellschaft. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat am 15.12.2022 die Erlaubnis erteilt. Aufsichtsbehörde ist die GGL in Halle. ODDSET gehört zur Lotto-Familie und ist in den Annahmestellen des Deutschen Lotto- und Totoblocks präsent. Wer seine Wetten zusammen mit dem Lotto-Schein abgeben will, hat hier den einzigen Anbieter, der diese Form der Bündelung erlaubt. Die App ist gegenüber den reinen Online-Anbietern weniger umfangreich, aber ODDSET ist überall in Deutschland ohne Internetanschluss verfügbar.

Betway (Betway.de)

Die Betway Limited betreibt Betway.de mit Sitz auf Malta. Die Erlaubnis besteht seit dem 09.03.2021, mit einer Folgeerlaubnis am 23.12.2022. Eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 02.10.2026. Betway hat seinen Deutschland-Start im März 2021 selbst kommuniziert; Geschäftsführer Anthony Werkman hat die Erlaubnis am 10. März 2021 öffentlich bestätigt. Die Marke ist international etabliert, in Deutschland gehört sie zu den Anbietern, die in der zweiten Reihe stehen – hinter bet365 und Tipico, vor vielen kleineren Marken. Die App wird in den Stores solide bewertet, ohne in den Spitzenbereich vorzudringen.

bpremium (Bpremium.de)

Bpremium.de wird von der Ladbrokes (Deutschland) Ltd betrieben, mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta. Registernummer C92799, AGB-Fassung vom 3. April 2023. Erlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis seit dem 21.12.2022. Bpremium ist die deutsche Variante des britischen Ladbrokes-Konzerns, der in Großbritannien zu den ältesten Wettmarken gehört. In Deutschland tritt die Marke mit deutlich weniger Werbedruck auf als die britische Mutter, was sich in einem schmaleren Wettprogramm und einer kleineren Kundenbasis niederschlägt. Wer einen Anbieter mit britischer Markentradition sucht und auf umfangreiche Werbeaktionen verzichten kann, hat hier eine ruhige Alternative.

Wettarena (Wettarena.de)

Wettarena wird von der I.B.C. Sportsbetting Limited betrieben, mit Sitz in 20, Lyons Range Court, Flat Nru. 1, Triq Bisazza, Sliema, Malta. Erlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis seit dem 15.12.2022. Die I.B.C. Sportsbetting Limited ist auf der Whitelist auch für Bet3000.de geführt; bet3000 ist die stationäre Wettbüro-Marke, Wettarena die Online-Variante. Wer das Wettbüro kennt und die Online-Wette vom gleichen Anbieter will, hat hier die digitale Verlängerung. Das Wettprogramm ist solide, ohne eigene Akzente.

Weitere Markteintritte und Lizenzveränderungen in 2026

Neben den zehn Anbietern der Tabelle hat sich das Bild in den letzten zwölf Monaten durch eine zweite Welle verändert.

LeoVegas (Leovegas.de)

Die LVSports Limited betreibt Leovegas.de. Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024, für virtuelle Automatenspiele bereits seit dem 27.02.2023. Die LeoVegas Group hat am 29. November 2024 den Start ihres Sportwettenangebots auf Leovegas.de bekannt gegeben, parallel zum bestehenden Casino-Angebot. Die Marke ist in allen 16 Bundesländern verfügbar; im Dezember 2024 lief die Kampagne „Thrill Seeker“ in TV, Programmatic und Affiliate-Kanälen. LeoVegas gehört damit zu den neuen Anbietern, die ihren Markteintritt aktiv bewerben – und gleichzeitig zu den Anbietern, die in Deutschland mit einem Casino-Hintergrund starten, was sich am Spielerschutzprofil der Webseite zeigt.

Merkur Bets (Merkurbets.de)

Hinter Merkur Bets steht die Merkur Bets Malta Limited, mit Sitz in Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, St. Julian’s, Malta. Die Erlaubnis für Merkurbets.de datiert auf den 06.11.2023. Die Gesellschaft ist auf der Whitelist auch für Merkur-sports.de und Xtip.de geführt (Ersterlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022) sowie für Merkurslots.de. Merkur ist die Wett- und Spielstättenmarke der Gauselmann-Gruppe, einem der größten deutschen Automatenhersteller. Die Online-Präsenz verbreitert das Geschäft der Gruppe in den digitalen Kanal.

VBet (Vbet.de)

Die SCGO Limited betreibt Vbet.de von Portomaso, St. Julian’s, Malta aus. Erlaubnis seit dem 05.12.2023. Die gleiche Gesellschaft ist auch für Maxi333.de zugelassen, dort allerdings nur für virtuelle Automatenspiele (Erlaubnis seit dem 21.06.2024). VBet ist international als Wettanbieter bekannt und in mehreren osteuropäischen Märkten stark; in Deutschland ist die Marke vergleichsweise jung. Wer einen osteuropäischen Schwerpunkt erwartet, wird bei der deutschen Version eine an den lokalen Markt angepasste Oberfläche vorfinden.

DAZN Bet (Daznbet.de)

Die DZBT Operations Limited betreibt Daznbet.de von Zebbug, Malta aus. Erlaubnis seit dem 22.08.2023. DAZN Bet ist die Wettverlängerung des gleichnamigen Sport-Streamingdienstes und gehört damit zu den neueren Marken, die auf die Verbindung von Live-Übertragung und Wette setzen. Inwieweit sich dieses Modell in Deutschland durchsetzt, ist offen; das Streamingangebot von DAZN ist im Markt eingeführt, die Wette hängt am Spielverhalten der Streaming-Kundschaft.

Betano (Betano.de)

Die Betkick Sportsbetting Limited betreibt Betano.de von San Ġiljan, Malta aus. Die Erlaubnis wurde im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt. Die Betkick Sportwettenservice ist ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Stoiximan. Betano gehört damit zu den internationalen Marken, die den deutschen Markt aktiv bespielen. Im Werbedruck ist die Marke in den letzten Jahren sichtbarer geworden; sie gehört zu den Anbietern, die mit namhaften deutschen Fußball-Botschaftern arbeiten.

Bet-at-home (Bet-at-home.de)

Die Bet-at-home.com Internet Limited betreibt Bet-at-home.de. Erlaubnis seit dem 02.11.2020, Folgeerlaubnis seit dem 22.12.2022, Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Die Marke gehört zu den österreichisch geprägten Anbietern im deutschen Markt, mit langer Historie im Online-Geschäft. Das Wettprogramm ist breit; der Fokus liegt auf europäischen Top-Ligen.

Bwin (Bwin.de)

Die bwin (Deutschland) Limited betreibt Bwin.de von Gzira, Malta aus. Erlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis am 27.12.2022. Bwin gehört zu den Anbietern mit der längsten Vorgeschichte in Deutschland: Das Land Sachsen widerrief am 10. August 2006 die bwin-Erlaubnis; am 13. Dezember 2007 bestätigte das OVG Bautzen, dass eine 1990 erteilte DDR-Erlaubnis weiterhin gültig sei. Diese Vorgeschichte zeigt, wie wechselhaft die deutsche Sportwetten-Lizenzpolitik vor dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 war.

Interwetten, ODDSET und die zweite Erlaubniswelle

Interwetten darf seit Dezember 2012 in Schleswig-Holstein Sportwetten anbieten; die Casinoerlaubnis in Schleswig-Holstein wurde im Januar 2013 erteilt. ODDSET hat seine bundesweite Erlaubnis erst am 15.12.2022 erhalten, deutlich später als die meisten Wettbewerber. Wer die historischen Daten versteht, sieht, dass „neu“ im Glücksspielrecht selten das Gründungsdatum der Marke meint.

Weitere Aspekte, die der Vergleich offenlässt

Die Tabelle und die einzelnen Blöcke beschränken sich bewusst auf das, was die Whitelist und die AGB belegen. Drei Punkte gehören zur vollständigen Beurteilung, ohne dass dieser Text sie abschließend beantworten kann.

Quotenniveau

Das Quotenniveau schwankt von Begegnung zu Begegnung und von Markt zu Markt. Wer für eine bestimmte Liga den besten Preis sucht, kommt an einem aktuellen Quotenvergleich nicht vorbei. Die GGL-Whitelist enthält keine Quote; sie ist kein Marktbarometer.

Livewetten und Cash Out

Die meisten Whitelist-Anbieter bieten Livewetten an. Welche Märkte live verfügbar sind, ist im Sportwettprogramm des Anbieters geregelt. Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt Livewetten während eines laufenden Events nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ähnliche seltene Ereignisse – nicht auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball. Cash Out ist keine gesetzliche Regelung, sondern eine Funktion des Anbieters. Wer Cash Out nutzt, sollte die AGB prüfen, weil die Funktion oft nur auf vorab definierte Märkte und nur mit Mindestquoten verfügbar ist.

Faktoren, die die Auszahlungsdauer beeinflussen

Die Auszahlungsdauer ist eine Hausfrage, keine Lizenzfrage. Anbieter mit deutscher Erlaubnis müssen das Guthaben bei Kontoschließung innerhalb von fünf Werktagen auszahlen, alles andere ist Verhandlungssache zwischen Anbieter und Zahlungsdienstleister. Wer auf Geschwindigkeit angewiesen ist, sollte die FAQ des Anbieters prüfen, nicht die Whitelist.

Rechtsrahmen und was er für Spielerinnen und Spieler bedeutet

Der Rechtsrahmen für Sportwetten in Deutschland ist seit dem 1. Juli 2021 im Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) geregelt. Er wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle an der Saale vollzogen. Wer in Deutschland eine Sportwetten-Erlaubnis haben will, muss diese Erlaubnis bei der GGL beantragen und sich auf die Whitelist setzen lassen.

Die Sportwettensteuer

Die Wettsteuer beträgt 5,3 % des Nennbetrags „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht von der Spielerin oder dem Spieler. Ob und wie der Anbieter die Steuer an die Quote oder an die Auszahlung weitergibt, ist seine Entscheidung – in den AGB des jeweiligen Anbieters nachzulesen. Die Werbung mit „5,3 % Wettsteuer auf jeden Einsatz“ ist irreführend, wenn der Anbieter die Steuer selbst trägt; sie ist exakt, wenn er sie vom Einsatz abzieht. Wer die AGB nicht liest, weiß nicht, in welche der beiden Welten er einzahlt.

Erlaubnis ohne Ende-Datum

Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre, eine Folgeerlaubnis ebenfalls. Die Whitelist zeigt das Datum der Erlaubnis und der Folgeerlaubnis, aber kein Enddatum. Das liegt nicht an der GGL, sondern an der Mechanik der Liste: Sie wird bei jeder Änderung neu veröffentlicht, und eine ausgelaufene Erlaubnis verschwindet aus der Liste. Wer dort steht, hat eine gültige Erlaubnis; wer dort nicht steht, hat keine.

Was nicht erlaubt ist

Bürgerliche Wetten auf Social-Media-Events, politische Ereignisse, Reality-Shows oder Sportereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateursportlern sind nicht erlaubt. Die GGL behandelt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport; Wetten auf solche Spiele sind nach ihrer Praxis nicht zugelassen. Esports wird von der GGL nicht als Sport anerkannt – lizenzierte Esport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Virtuelle Sportwetten sind nicht etabliert, zu ihrer Rechtslage schweigt dieser Text.

Werbung und Boni

Werbung für Glücksspiel ist nur Inhabern einer Erlaubnis erlaubt. Zwischen 6:00 und 21:00 Uhr gilt ein Werbeverbot – das aber nur Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele betrifft, nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während einer Live-Übertragung derselben Veranstaltung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen oder Sportlern, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Der Glücksspielstaatsvertrag selbst enthält keine Regelung zu Bonusbeträgen, Umsatz oder Mindestquoten – das ist Sache der AGB.

Strafbarkeit und Zivilrecht

Die Organisation unerlaubter Sportwetten ist nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, die Werbung dafür nach § 284 StGB mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bedroht. Verfolgungen einzelner Spielerinnen und Spieler sind in der Praxis nicht etabliert; weder eine Entwarnung noch eine Dramatisierung lässt sich aus dem Gesetzestext ableiten. Die zivilrechtliche Seite ist komplexer: Mehrere deutsche Gerichte haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Die Frage, ob diese Linie europarechtlich standhält, ist derzeit beim Europäischen Gerichtshof anhängig – über den BGH und den Tipico-Fall.

Was es für Spielende konkret heißt

Wer auf einem Whitelist-Anbieter spielt, hat OASIS-Sperrschutz, LUGAS-Einzahlungslimit, Auszahlung binnen fünf Werktagen bei Kontoschließung, Werbeinschränkungen und die Möglichkeit, sich mit einer zivilrechtlichen Klage an ein deutsches Gericht zu wenden. Wer auf einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, hat keines davon – und im Streitfall einen ausländischen Vertragspartner, der sich auf seine Hausordnung beruft.

Wer in Deutschland welche Wette setzen darf

Der Glücksspielstaatsvertrag regelt nicht nur, wer anbieten darf, sondern auch, was angeboten werden darf.

Erlaubte Wettarten

Festquotenwetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon, als Einzel- oder Kombiwette, sind erlaubt. Welche Wetttypen genau angeboten werden, ist im Sportwettprogramm des Anbieters aufgeführt. Das Sportwettprogramm wird von der GGL genehmigt; nicht jeder Wetttyp, den ein Anbieter anbieten will, wird auch erlaubt.

Livewetten

Während eines laufenden Sportereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein vergleichbar seltenes Ereignis gewettet werden. Nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball, nächste gelbe Karte – das alles fällt nicht unter die Ausnahme und ist daher nicht erlaubt. Die deutsche Livewetten-Praxis ist damit enger als in vielen anderen europäischen Märkten.

Auszahlung erst nach Spielende

Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Vorzeitige Auszahlungen – etwa über Cash Out – sind Funktionen des Anbieters, keine Verpflichtung aus dem Gesetz. Wer eine Wette vorzeitig schließen will, akzeptiert die Quote, die der Anbieter ihm anbietet – nicht die, zu der er die Wette ursprünglich platziert hat.

Keine Wette auf Amateursport, Esports, Politik

Fußball unterhalb der 3. Liga, Amateursport generell, Esports und sämtliche nicht-sportlichen Ereignisse sind nicht erlaubt. Das schließt Wetten auf Reality-Shows, Politik und Börsenkurse aus. Wer auf einem Anbieter solche Märkte findet, hat einen Anbieter, der über die deutsche Erlaubnis hinausgeht – und damit im Zweifel einen Anbieter ohne Erlaubnis.

Wer wo spielt: Die Auswahl nach Lesertyp

Die Tabelle listet die Anbieter nach Whitelist-Datum, nicht nach Eignung. Wer eine konkrete Auswahl treffen will, sortiert nach drei Profilen.

Wer die höchsten Quoten sucht

In unabhängigen Quotenvergleichen schneiden NEO.bet, bet365 und AdmiralBet regelmäßig am oberen Rand ab – NEO.bet bei Bundesliga und Champions League, bet365 bei internationalen Top-Ligen, AdmiralBet bei einer Mischung aus europäischen Wettbewerben. Wer konsequent auf den höchsten Preis wettet, hat hier drei Kandidaten, die in mehreren Wettbewerben vorne liegen.

Wer mobil wetten will

Tiptorro, bet365, Tipico und Betano haben die am besten bewerteten Sportwetten-Apps in den deutschen Stores. Wer seine Wetten überwiegend vom Smartphone aus platziert, hat hier vier Kandidaten mit guter App-Mechanik.

Wer den stationären Vertrieb schätzt

ODDSET ist in den Annahmestellen des Deutschen Lotto- und Totoblocks verfügbar; AdmiralBet, bpremium und Wettarena haben eigene Wettbüro-Netze. Wer die persönliche Wettabgabe schätzt, hat hier drei Anbieter mit physischer Präsenz und einen Anbieter mit Annahmestellen-Bündelung.

Was Offshore-Angebote versprechen und was sie kosten

Ein Offshore-Anbieter verspricht in der Regel drei Dinge: höhere Limits, schwächere Verifikation und ein breiteres Wettprogramm. Alle drei Vorteile sind in Deutschland nur Abwesenheiten – höhere Limits, weil das 1.000-€-Limit der LUGAS nicht greift; schwächere Verifikation, weil kein KYC nach deutschem Standard verlangt wird; breiteres Wettprogramm, weil Märkte angeboten werden, die die GGL nicht genehmigt. Keiner dieser Vorteile ist ein Vorteil, der ohne Kosten kommt. Die Kosten sind: kein Zugang zu OASIS, keine Auszahlung über deutsche Treuhandkonten, keine Werbeinschränkungen, keine deutsche Gerichtsbarkeit im Streitfall.

Wer auf einem Offshore-Anbieter spielt, hat im Streitfall einen ausländischen Vertragspartner. Die zivilrechtliche Rückforderung ist möglich, aber aufwendig. Die jüngste Rechtsprechung – BGH-Vorlage an den EuGH im Tipico-Fall, Schlussanträge des Generalanwalts – deutet darauf hin, dass Gerichte die Position der Spielerinnen und Spieler stärken werden. Das ist keine Garantie, sondern ein Trend.

Häufige Fragen zu neuen Wettanbietern in Deutschland

Woran erkenne ich, ob ein Wettanbieter eine deutsche Lizenz besitzt?

Die einzige verlässliche Quelle ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Sie enthält Domain, Betreibergesellschaft und Erlaubnisdatum. Wer dort nicht steht, hat in Deutschland keine Erlaubnis – unabhängig von Lizenzen aus Malta, Curaçao oder Anjouan. Die Liste wird von der GGL auf deren Webseite veröffentlicht; sie ist die einzige Quelle, die ein Gericht in Deutschland anerkennt.

Was passiert, wenn ich auf einem nicht-lizenzierten Anbieter spiele?

Sie nehmen an unerlaubtem Glücksspiel teil. OASIS-Sperre und LUGAS-Einzahlungslimit greifen nicht. Im Streitfall haben Sie es mit einem ausländischen Vertragspartner zu tun. Die GGL hat in der Vergangenheit vor einzelnen Marken gewarnt; zivilrechtliche Rückforderungen sind nach deutscher Rechtsprechung möglich, aber nicht garantiert. Das Verfahren vor dem BGH und dem EuGH zur Tipico-Klage deutet auf eine Stärkung der Spielerseite hin.

Was bedeutet das gemeinsame Einzahlungslimit von 1.000 €?

Das Limit gilt quer über alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Es wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt; eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Anbieter dürfen einzelnen Spielern gegen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit höhere Limits einräumen – bis 10.000 €, in Ausnahmen bis 30.000 €. Auf Offshore-Anbietern gilt das Limit nicht.

Wie wird die Wettsteuer von 5,3 % weitergegeben?

Die Steuer wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spieler. Ob und wie der Anbieter sie weitergibt, ist Sache seiner AGB. Manche Anbieter ziehen sie vom Einsatz ab, andere tragen sie selbst und schneiden dafür die Quote. Eine pauschale Aussage „5,3 % auf den Einsatz“ ist ohne Blick in die AGB des Anbieters nicht zuverlässig.

Welche Umsatzbedingungen sind bei Willkommensboni üblich?

Die meisten Anbieter verlangen einen mehrfachen Umsatz von Bonus und teilweise Einzahlung, eine Mindestquote (häufig 1,50 bis 2,00) und eine Frist von sieben bis 30 Tagen. Bestimmte Märkte sind oft ausgeschlossen. Die genauen Zahlen stehen in den Bonusbedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer sie nicht liest, nimmt ein Angebot an, dessen Kosten er nicht kennt.

Welche Zahlungsmethoden sind erlaubt?

Kreditkarte, Banküberweisung, Sofortüberweisung, giropay, Klarna, PayPal und je nach Anbieter Apple Pay, Google Pay, Skrill oder Neteller. Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Codes sind ausgeschlossen. Welche Methoden ein Anbieter tatsächlich anbietet, ist auf der Zahlungsseite der Webseite zu sehen.

Worauf bei der nächsten Wette zu achten ist

Die Wahl unter den zehn Whitelist-Anbietern ist am Ende eine Wahl nach Lesekomfort, App-Mechanik, Quotenprofil und Bonusstruktur – nicht nach Lizenz. Die Lizenz teilen alle zehn; was sie unterscheidet, ist die Art, wie sie diese Lizenz nutzen.

Wer vor allem Quotenniveau sucht, hat in NEO.bet, bet365 und AdmiralBet drei Kandidaten. Wer mobil unterwegs ist, hat in Tiptorro, bet365, Tipico und Betano vier gut gemachte Apps. Wer den stationären Vertrieb schätzt, hat in ODDSET, AdmiralBet, bpremium und Wettarena vier Anbieter mit physischer Präsenz. Wer auf eine breite Marktbasis setzt, ist bei bet365 richtig.

Die Lizenz ist die Eintrittskarte; die Wahl unter den Lizenzierten ist eine Frage des eigenen Wettverhaltens. Wer die Lizenz nicht prüft, hat keine andere Wahl getroffen – er hat eine Werbung gelesen.

Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter mit Klarna»